Umsetzung des Verpackungsgesetzes aus Sicht eines Systembetreibers
© Witzenhausen-Institut f√ľr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Mit dem 01.01.2019 trat das Verpackungsgesetz vom 05.07.2017 (BGBl. I. S. 2234) mit seinen relevanten Teilen in Kraft und hat die bis dahin geltende Verpackungsverordnung abgel√∂st. Zahlreiche f√ľr die Praxis relevante Ver√§nderungen betreffen die verpflichteten Hersteller, aber auch in besonderer Weise die (dualen) Systeme. Die Umstellung VerpackV auf VerpackG hat gr√∂√ütenteils geklappt, auch wenn es stellenweise naturgem√§√ü noch holprig zuging. Schwierigkeiten gibt es bei Abstimmungsvereinbarungen und PPK-Mitbenutzung sowie bei Sortierung und Verwertung. Nach Jahren des Stillstands und der √∂konomischen Optimierung der Systeme sind wieder √∂kologische Fragen ins Zentrum der politischen Diskussion ger√ľckt und haben den Betrachtungsschwerpunkt verlagert (Plastikt√ľtenverbot, Kunststoffdebatte).

Pr√ľfung und Testierung der Recyclingf√§higkeit ‚Äď Anforderungs- und Bewertungskatalog
© Witzenhausen-Institut f√ľr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Recyclingf√§higkeit bedeutet Konformit√§t der Verpackungsgestaltung zu den Erfordernissen einer tats√§chlichen Kreislauff√ľhrung der Verpackungswerkstoffe und wird somit durch M√∂glichkeiten und Grenzen praktisch ausgef√ľhrter Recyclingpfade vorherbestimmt. Das Institut cyclos-HTP (CHI) hat unter diesen Pr√§missen und unter Anwendung der relevanten Normen bereits 2011 einen zwischenzeitlich weithin etablierten Pr√ľfstandard zur Bemessung der Recyclingf√§higkeit entwickelt, der es erm√∂glicht, eine quantitative (graduelle) Klassifizierung vorzunehmen. Der Messstandard wird im Vortrag in Grundz√ľgen erl√§utert.

Plastikpiraten erforschen die M√ľllverschmutzung von deutschen Fl√ľssen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2021)
Im Citizen-Science-Projekt ‚ÄěPlastikpiraten‚Äú zur Erforschung der M√ľllverschmutzung deutscher Flie√ügew√§sser werden bundesweit Jugendliche in den wissenschaftlichen Forschungsprozess integriert. Sie erheben Daten zur M√ľllverschmutzung an Fl√ľssen. Diese werden wissenschaftlich ausgewertet und publiziert.

Anreicherung von Plastikpartikeln in Auenböden
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2021)
R√ľckst√§nde von Plastik, welches heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, gelangen nicht nur in die Weltmeere, sondern auch in die B√∂den. Der ‚Äěneue‚Äú Schadstoff Mikroplastik ist dabei auch in Auenb√∂den weit verbreitet und gef√§hrdet zus√§tzlich die bedeutenden Funktionen von Auen und ihren B√∂den.

Strategien zur Vermeidung von Mikroplastikemissionen der Kunststoffindustrie
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2021)
Kunststoff in der Umwelt nimmt aktuell eine zentrale Stellung im gesellschaftlichen und politischen Diskurs ein. Im Rahmen einer Befragung von rund 100 Stakeholdern wurden die Bedeutung von Mikroplastikemissionen der Kunststoffindustrie konkretisiert sowie Treiber, Hemmnisse und geeignete Gegenmaßnahmen ausdifferenziert.

Kinetische Modellierung einer Kunststoff Pyrolyse
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2020)
Das ReOil Verfahren der OMV Refining & Marketing GmbH ist ein vielversprechender Weg, die Recycling Ziele von Kunststoffverpackungen der Europ√§ischen Kommission zu erreichen. In diesem Pyrolyse Prozess werden gemischte Kunststoffabf√§lle chemisch recycelt und die daraus gewonnen Kohlenwasserstoffe werden wieder zu petrochemischen Grundstoffen oder Treibstoffen weiterverarbeitet. Da die Rentabilit√§t eines solchen Prozesses stark von der verarbeitenden Menge abh√§ngt, muss eine wesentliche Vergr√∂√üerung des Ma√üstabs erfolgen. Zu diesem Zweck wird ein Modell ben√∂tigt, welches aus der Zusammensetzung des Einsatzstroms die Ausbeuten vorhersagen kann und damit die M√∂glichkeit bietet optimale Prozessbedingungen einzustellen. Darum wurde ein Reaktormodell f√ľr die im ReOil Verfahren verwendeten Rohrreaktoren aufgebaut, welches sich der Methode des sogenannten ‚ÄěLumped Kinetic Modeling‚Äú bedient, um die Vielzahl an auftretenden Kohlenwasserstoffspezies erfassen zu k√∂nnen. Mit Hilfe einer Pilotanlage werden Reaktionsdaten f√ľr die Kunststoffpyrolyse gesammelt und so das Modell stetig weiterentwickelt.

Chemisches Recycling ‚Äď neue Verfahren und neue Player in der Abfallwirtschaft? Stand und Ausblick
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2020)
Die nahezu t√§glichen Bilder √ľber teilweise unfassbare Verschmutzungen von Meeren, Fl√ľssen und urbanem Raum mit verschiedenartigsten Kunststoffabf√§llen haben sowohl auf politischer Ebene wie auch auf rechtlicher und technischer Ebene richtungsweisende Reaktionen ausgel√∂st: Die Europ√§ische Union hat mit ihrer Kunststoffstrategie, mit der Richtlinie √ľber Einwegartikel aus Kunststoffen und mit der Forderung nach einem Mindestrezyklatgehalt in Kunststoffgetr√§nkegebinden aus globaler Sicht eine Vorreiterrolle eingenommen und umweltpolitisch starke Akzente gesetzt. Hersteller von Verpackungen aus Kunststoffen, Kunststoffproduzenten aber auch die chemische Industrie als Hersteller diverser Grundstoffe sind durch die globale Berichterstattung √ľber das Kunststoffabfallproblem sowohl medial als auch aus rechtlicher Sicht unter Handlungsdruck geraten.

90 %-Erfassung von Kunststoff-Getränkeverpackungen
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2020)
Die EU-Richtlinie zur Verringerung von Einwegplastik (Single-Use-Plastic- oder SUP-Richtlinie) sieht vor, dass Kunststoffgetr√§nkeflaschen bis zum Jahr 2029 zu zumindest 90 % zum Zwecke des Recyclings getrennt gesammelt werden. Dies erscheint nur mit einem Anreiz in Form eines Pfandes realistisch. Eine hohe Sammelquote an Getr√§nkeflaschen liefert einen signifikanten Beitrag zur Erreichung von Recyclingzielen f√ľr Kunststoff-Verpackungen. Neben Getr√§nkeflaschen sind zum Erreichen der Recyclingziele alle Kunststoff-Verpackungen entsprechend recycling-gerecht zu gestalten.

Wirtschaftliche Motive f√ľr Ein- und Mehrwegverpackungen
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2020)
Warum sollte eine Volkswirtschaft f√ľr Getr√§nkeverpackungen Mehrweggebinde be-vorzugen? Getr√§nkeverpackungen stehen dabei wegen ihrer Allt√§glichkeit im Mittelpunkt der Diskussion (Hauer et al. 2020, Runder Tisch 2020). Die im Vergleich zu anderen Kunststoffprodukten geringe Werkstoffvielfalt erlaubt meist eine verh√§ltnism√§√üig einfache Kreislauff√ľhrung √ľber die Abfallwirtschaft durch Sortierung und Recycling. Das aufwendige Sammeln, Sortieren und Recycling von PET f√ľhrt selbst in abfallwirtschaftlich hochentwickelten L√§ndern wie √Ėsterreich zu einer Kreislaufquote von gerade einmal 14 % in dasselbe Produkt Einwegflasche (eigene Berechnungen). Damit kommt dem Material PET gerade einmal eine 1,3-fache Verwendung zu. Schon Eine zweite Nutzung im Sinne von Mehrweg w√§re bereits ressourcenschonender.

Abbaubare Kunststoffe unter nicht optimierten Umweltbedingungen
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2020)
Plastik in der Umwelt hat sich zu einem der bedeutendsten und am meisten wahrgenommenen Umweltprobleme entwickelt. Viele Bestrebungen, etwa das Verbot von Einwegkunststoffen, h√∂here Kunststoffrecyclingraten oder Biokunststoffe, versuchen dieses Problem zu l√∂sen. Doch gerade Biokunststoffe werden sehr kontrovers diskutiert. Der Zerfall von Kunststoffen in Fragmente und die biologische Abbaubarkeit h√§ngen stark von den Umgebungsbedingungen des Kunststoffes ab. Kompostierbare Kunststoffe werden also nicht zwangsl√§ufig ebenso gut in Gew√§ssern abgebaut. √úber Zeitdauer von Zerfall und biologischen Abbau kompostierbarer Kunststoffe in nat√ľrlichen Gew√§ssern sind kaum Informationen vorhanden. Heimkompostierbare und EN13432 zertifizierte Kunststoffe wurden f√ľr 4,5 bzw. 10 Monaten in ei-nen Gartenteich geh√§ngt und untersucht. Es wurde kein Zerfall oder Abbau beobachtet.

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