Der Einsatz digitaler Werkzeuge zur Vermeidung von Lebensmittelabf√§llen ‚Äď ein Umweltvergleich
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2022)
In diesem Konferenzbeitrag werden die Auswirkungen der Vermeidung von Lebensmittelabf√§llen den Auswirkungen der Nutzung digitaler Werkzeuge gegen√ľbergestellt, wobei Umweltkategorien wie Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung, Landnutzung, Wasser und Ressourcennutzung ber√ľcksichtigt werden. Die Umweltbilanz wird anhand von Beispielen zur Vermeidung von Lebensmittelabf√§llen aus der Praxis erl√§utert.

Lebensmittelabfallaufkommen österreichischer Haushalte
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2022)
In der EU werden j√§hrlich etwa 88 Millionen Tonnen an Lebensmittelabf√§llen verursacht; dies entspricht einem monet√§ren Wert von rund 143 Milliarden Euro (Stenmarck et al. 2016). Entlang der gesamten Wertsch√∂pfungskette - bei jedem Verarbeitungsschritt und auf jeder Ebene - entstehen vermeidbare Lebensmittelabf√§lle. Insgesamt zeigen die Zahlen f√ľr √Ėsterreich, Deutschland und die Europ√§ische Union, dass Haushalte f√ľr rund 50 % aller Lebensmittelabf√§lle verantwortlich sind. Das vermeidbare Lebensmittelabfallaufkommen von √∂sterreichischen Haushalten wird aktuell auf rund 521.000 Tonnen pro Jahr gesch√§tzt (Obersteiner & Luck 2020).

Aufbereitung von Sieb√ľberlauf aus der Bioabfallbehandlung zu biogenem Restbrennstoff
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2022)
Vor dem Hintergrund steigender Mengen von Bioabf√§llen und dem damit verbundenen Sieb√ľberlauf aus der Bioabfallbehandlung wird im Projekt BioRestBrennstoff ein energieeffizienter Einsatz im Biomasseheizkraftwerk untersucht. Durch Variation der Aufbereitungsstrecke konnte eine Aufkonzentration der holzigen Fraktionen erreicht werden. Hohe Konzentrationen von Chlor, Kalium und Natrium im Sieb√ľberlauf-Holz f√ľhren allerdings zu einem erh√∂hten Verschlackungsrisiko bei der Verbrennung. Um die kritischen Inhaltsstoffe zu entfernen, werden in einer aktuellen Kampagne nasse Aufbereitungsverfahren eingesetzt.

Ist die europ√§ische Abfallwirtschaft bereit f√ľr Biokunststoffabf√§lle?
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2022)
Biokunststoffe werden in drei Arten unterteilt (European Bioplastics 2020): biobasierte, biologisch abbaubare Kunststoffe (Gruppe 1), biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffe (Gruppe 2) und fossil basierte, biologisch abbaubare Kunststoffe (Gruppe 3) und werden oft als umweltfreundlicher Ersatz f√ľr fossil basierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffe angesehen (Meeks et al. 2015), (Nandakumar et al. 2021). Sie machen derzeit etwa 1 % der gesamten weltweit produzierten Kunststoffe aus (European Bioplastics, 2020).

Papier oder Bioplastik? Gegen√ľberstellung zweier Vorsammelhilfen f√ľr biogene Abf√§lle
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2022)
Im Rahmen der Arbeit von Paul Demschar und Josef Adam wurden zwei Versuche durchgef√ľhrt. Eine h√§usliche Projektstudie zur Erhebung subjektiver Sichtweisen und daraus ein Vergleich von Vorsammelhilfen aus Papier und kompostierbarem Kunststoff aus Sicht der Konsumenten. Den zweiten Versuch stellte ein Verdunstungsversuch dar. Dieser lieferte objektive Werte dar√ľber, bei welcher Vorsammelhilfe der gr√∂√üte Gewichtsverlust in Folge von Verdunstung auftritt. Zus√§tzlich wurde eine Marktrecherche durchgef√ľhrt, um das Angebot an Vorsammelhilfen f√ľr biogene Abf√§lle im lokalen Handel abzubilden und die Preisstruktur der verschiedenen Bioabfalls√§cke herauszuarbeiten.

Fremdstoffdetektion bei der Biotonnensammlung ‚Äď Stand und Perspektiven: c-detect
© Witzenhausen-Institut f√ľr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2022)
St√∂rstoffe im Bioabfall, vor allem Kunststoffe, verursachen hohe Kosten und machen das Recycling aufwendig oder sogar unm√∂glich. c-trace hat mit c-detect ein auf k√ľnstlicher Intelligenz basierendes System zur Detektion von St√∂rstoffen bei der Bioabfallsammlung entwickelt und setzt damit an der Entstehungsquelle der St√∂rstoffe an. Eine optische Kamera am Sammelfahrzeug √ľbernimmt fl√§chendeckend die automatische Kontrolle jeder einzelnen Biotonne. Die Bewertung des Inhalts erfolgt unmittelbar √ľber die KI-basierte Software c-detect und dient als Entscheidungsbasis f√ľr den Umgang mit detektieren Bioabfallbeh√§ltern w√§hrend der Sammlung.

Fremdstoffdetektion während der Sammlung von Bioabfall
© Witzenhausen-Institut f√ľr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2022)
Die zuverl√§ssige Erkennung von Fremdstoffen in der Sammlung von Bioabfall ist Voraussetzung f√ľr eine Verbesserung der Inputqualit√§t an der Behandlungsanlage. Nach der Novelle der Bioabfallverordnung gibt es erstmals Grenzwerte f√ľr den Fremdstoffgehalt von Bioabfall, die der Entsorger sicherstellen muss. Ein elektromagnetisches Verfahren erm√∂glicht eine Erkennung von Fremdstoffen noch vor der Leerung des Beh√§lters: Das Zur√ľckweisen fehlbef√ľllter Beh√§lter und eine anschlie√üende Nachsortierung durch den Nutzer oder eine kostenpflichtige Entsorgung als Restm√ľll f√ľhren erfahrungsgem√§√ü am schnellsten zu verbesserter Inputqualit√§t. Damit k√∂nnen Kompostanlagen Erden hoher Qualit√§t erzeugen und gleichzeitig die kostentr√§chtige Entsorgung der Restm√ľllmenge minimieren.

Chargen- und Gebietsanalysen, Sichtkontrolle und Bonitur ‚Äď Ergebnisse und Methoden zur Bestimmung der Biogutqualit√§t
© Witzenhausen-Institut f√ľr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2022)
Biogutanalysen dienen vorrangig der Beschreibung und Bewertung der Qualit√§t von Bioabf√§llen (Biogut). Fremdstoffe werden in erster Linie durch Fehlw√ľrfe eingetragen. Verursacher sind einzelne B√ľrger bzw. Biotonnennutzer. F√ľr die Untersuchung von Fremdstoffen in Bioabf√§llen gab es lange keine einheitlichen Methoden. Aus diesem Grunde hat die Bundesg√ľtegemeinschaft Kompost e. V. (BGK) verschiedene standardisierte Untersuchungsmethoden entwickelt. Mittlerweile sind vier verschiedene Methoden im Einsatz, die sich hinsichtlich Aufwand, Kosten und Ergebnis deutlich unterscheiden (Abbildung 1). Bis auf die Gebietsanalyse beziehen sich die Ergebnisse jeweils auf eine einzelne angelieferte Charge (Ladung eines M√ľllfahrzeug).

Neue Wege beim Wiederaufbau der Bioabfallvergärungsanlage Leonberg
© Witzenhausen-Institut f√ľr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2022)
Durch einen Gro√übrand im September 2019 wurde die Bioabfallverg√§rungsanlage des Landkreises B√∂blingen fast vollst√§ndig zerst√∂rt. Erst etliche Monate vorher hatten die beiden Landkreise B√∂blingen und Esslingen f√ľr die Vertiefung der interkommunalen Zusammenarbeit eine gemeinsame Gesellschaft ‚Äď die Bioabfallverwertung GmbH Leonberg ‚Äď gegr√ľndet. Die bisherige Anlage sollte erweitert werden, um zus√§tzlich zu den Bioabf√§llen aus dem Landkreis B√∂blingen auch Bioabf√§lle aus dem Landkreis Esslingen an diesem Standort zu verwerten. Nach den Aufr√§umarbeiten und einem neuen Genehmigungsverfahren entsteht nun hier in Leonberg die gr√∂√üte Bioabfallverg√§rungsanlage in Baden-W√ľrttemberg mit einer Verarbeitungskapazit√§t von 72.000 Mg pro Jahr (60.000 Mg Bioabf√§lle zuz√ľglich 12.000 Mg Gr√ľnabf√§lle).

Erfahrungen mit der Trocknung von G√§rresten aus dem Laran¬ģ-Pfropfenstromfermenter in der Bioabfallbehandlungsanlage Li√®ge, Belgien
© Witzenhausen-Institut f√ľr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2022)
Im Rahmen einer √∂ffentlichen Ausschreibung beim belgischen Abfallzweckverband INTRADEL konnte STRABAG Umwelttechnik 2017 erstmals eine Bioabfallbehandlungsanlage mit einem thermischen Trockner bauen und in Betrieb nehmen. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur in der Bioabfallverg√§rungsanlage Leonberg Erfahrung mit der thermischen Trocknung von G√§rresten aus Abf√§llen in einem √§hnlichen Trocknungsverfahren. Die Anlage in Leonberg wurde nach einem Brand 2019 stillgelegt. Der vorliegende Beitrag beschreibt die durchwegs gute Erfahrung, die STRABAG Umwelttechnik mit dem Bau und der Inbetriebnahme √ľber einen Zeitraum von sechs Monaten mit der Gesamtanlage und der thermischen Trocknung von G√§rresten gemacht hat.

 1  2  3 . . . . >
Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Leichtweiß-Institut
Physikalische und biologische
Aufbereitungs- und Behandlungs-
technologien, TU Braunschweig

ecovio¬ģ -
Erster Kunststoff der
BASF auf Basis nach-
wachsender Rohstoffe

SIUS GmbH
der Spezialist f√ľr biologische
und mechanisch-biologische
Verwertung organischer Stoffe