Biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) und Mikrokunststoffe – Problem oder Lösung?
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2018)
Zertifiziert biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) werden aufgrund ihrer chemischen Struktur in industriellen Kompostieranlagen vollstĂ€ndig durch natĂŒrlich vorkommende Mikroorganismen zu Kohlendioxid und Biomasse abgebaut. Durch den vollstĂ€ndigen biologischen Abbau verbleibt kein Mikroplastik im Kompost. Der Einsatz von BAW-Beuteln kann zu einer Verringerung der Fehlwurfrate beitragen, da weniger nicht-abbaubare, konventionelle Beutel zur Sammlung von organischen AbfĂ€llen im Haushalt verwendet werden. Somit leisten BAW einen Beitrag bei der Vermeidung von Mikroplastikpartikeln im Kompost.

Erfassung und QualitÀt von haushaltsstÀmmigen BioabfÀllen
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2018)
Die getrennte Erfassung von BioabfĂ€llen ist ein zentrales Standbein der Recyclingwirtschaft in Deutschland. Mit ca. 10 Millionen Mg getrennt gesammelter Bio- und GrĂŒnabfĂ€lle (Bio- und GrĂŒngut) bzw. rund 125 kg je Einwohner und Jahr stellen diese Fraktionen insgesamt die grĂ¶ĂŸte getrennt erfasste Wertstofffraktion innerhalb der SiedlungsabfĂ€lle dar. Es ist aber auch bekannt, dass die in den RestabfĂ€llen enthaltenen BioabfĂ€lle in der Regel ebenfalls die grĂ¶ĂŸte nicht getrennt erfasste Wertstofffraktion sind.

Störstoffmanagement in biogenen AbfÀllen
© Wasteconsult international (5/2017)
Störstoffe in biogenen AbfĂ€llen begleiten die Abfallwirtschaft seit Beginn der getrennten Sammlung vor etwa 25 Jahren, z.B. im österreichischen Bundesland Steiermark seit 1989. Da biogene AbfĂ€lle innerhalb der SiedlungsabfĂ€lle die grĂ¶ĂŸte Wertstofffraktion darstellen, ist fĂŒr diese Abfallfraktion zur Erhöhung von Recyclingquoten in SiedlungsabfĂ€llen vielerorts in Europa eine Zunahme der getrennten Erfassung zu erwarten. Damit steigt aber auch die Störstoff-Problematik aller Marktteilnehmer.

SensorgestĂŒtzte Technologien zur Fremdstoffentfrachtung von Biogut und Komposten
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Störstoffe, wie Kunststoffe, Glas, KSP, Knochen oder Metalle, innerhalb der organischen Fraktionen fĂŒhren bei weiteren aeroben oder anaeroben Behandlungsverfahren zu erheblichen Herausforderungen.

SensorgestĂŒtzte Technologien zur Fremdstoffentfrachtung von Biogut und Komposten
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Mit dem eingesammelten Bioabfall gelangen zunehmend Störstoffe in die Kompost- und VergĂ€rungsanlagen und durchlaufen dort die weiterfĂŒhrenden Prozesse. Letztendlich verbleiben die Störstoffe nach den Prozessen in den Produkten der Anlagen und fĂŒhren hier zu QualitĂ€tseinbußen im Fertigkompost und Strukturmaterial. Vielerorts entstehen durch die Entsorgung der Materialien, und hier insbesondere durch die Entsorgung der Strukturmaterialien in die thermische Verwertung, erhebliche Kosten. Die Lösung zu der vorbenannten Problematik durch die Verschleppung von Störstoffen in die Produkte solcher Anlagen und Anreicherung der Störstoffe in den KreislĂ€ufen sowie steigende Kosten fĂŒr die Entsorgung der verunreinigten Materialien und Störstoffe ist mit der sensorgestĂŒtzten Sortierung mittels UniSort Black-Technologie heute bereits verfĂŒgbar.

Störstoffabscheidung aus Biogut und Komposten
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Die Aufbereitung von Biogut und Komposten ist von zwei sehr gegensĂ€tzlichen Entwicklungen bestimmt: Auf der einen Seite eine starke Zunahme in der Fremd- und Störstoffbelastung des Inputs, auf der anderen Seite die inzwischen sehr hohen QualitĂ€tsanforderungen an die Endprodukte, wie Kompost sowie flĂŒssige und feste GĂ€rreste.

Anforderung der aktuellen Rechtsprechung an die Satzungsgestaltung sowie ordnungsrechtliche Möglichkeiten zur Sicherstellung der WertstoffqualitÀt
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Das Abfallrecht hĂ€lt auf verschiedenen Ebenen Möglichkeiten bereit, um eine gewisse WertstoffqualitĂ€t zu sichern. Von entscheidender Bedeutung sind die Getrennthaltungsanforderungen sowohl im KrWG als auch in den jeweiligen Landesgesetzen. Diese ermöglichen es den öffentlich-rechtlichen EntsorgungstrĂ€gern, in ihren Satzungen konkretisierte Anforderungen an die Abfalltrennung und damit an die Einhaltung von QualitĂ€tsstandards zu setzen. Flankiert werden diese Instrumente durch die Möglichkeit, bei VerstĂ¶ĂŸen erhöhte GebĂŒhren zu erheben. ErgĂ€nzend können auch Bußgelder verhĂ€ngt werden, wobei es im Sinne einer positiven Akzeptanz sicherlich wenig zielfĂŒhrend sein dĂŒrfte, eine WertstoffqualitĂ€t durch Bußgelder erreichen zu wollen.

BiogutRADAR – Bonitierung von Biotonnen zur Prognose von Fremdstoffgehalten im Biogut
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Biotonnen werden vor der regulĂ€ren Abfuhr hinsichtlich enthaltener Fremdstoffe begutachtet und bewertet (bonitiert). Durch die ergĂ€nzende Sortierung der bonitierten Stichprobeneinheiten ist es möglich, fĂŒr jeden bonitieren Wert auch einen realen Fremdstoffgehalt zu ermitteln. Der Fremdstoffgehalt variiert erheblich in AbhĂ€ngigkeit von Siedlungs- und Bebauungsstruktur sowie der dominierenden Biogutfraktion (garten- oder kĂŒchenstĂ€mmige BioabfĂ€lle). Durch die Korrelation von bonitierten Werten mit den Sortierergebnissen wurde ein Prognosemodell erarbeitet, das die erwarteten Fremdstoffgehalte in Erfassungsgebieten relativ genau prognostizieren kann. Das BiogutRADAR ist somit ein wirksames Instrument zur Bewertung und Prognose von Fremdstoffgehalten im Biogut.

Intensives Störstoffmanagement bei der Erfassung und Behandlung von Bioabfall im Landkreis Vechta
© Witzenhausen-Institut fĂŒr Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2016)
Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Landkreis Vechta mbH (AWV) betreibt am Standort Vechta-Tonnenmoor seit 2009 eine Trockenfermentationsanlage (TFA) mit nachgeschalteter Kompostierung der GÀrreste. Die VergÀrungsstufe arbeitet nach dem Prinzip der Garagenfermenter, (Batchverfahren, Typ BEKON). Die Anlage verarbeitet in vier Fermentern zwischen 10.000 und 11.000 Mg Bioabfall pro Jahr.

Schadstoff-Screening von BioabfÀllen
© UniversitĂ€t Stuttgart - ISWA (9/2016)
Im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und des Abfallgesetzes sollen StoffkreislĂ€ufe weitgehend geschlossen werden. Dies trifft auch auf organische Reststoffe zu, die aus Haushalten ĂŒber die Sammlung in der Biotonne anfallen. In Deutschland sind das mehr als 4.3 Millionen Tonnen AbfĂ€lle aus der Biotonne, in Baden-WĂŒrttemberg mehr als 1.2 Millionen Tonnen. Da bisher nur weniger als die HĂ€lfte der Bevölkerung in Deutschland eine Biotonne nutzt und damit ein erheblicher Anteil des Bioabfalls ĂŒber die Restabfallbehandlung entsorgt wird, liegt hier noch ein erhebliches Potenzial an Bioabfall das einer stofflichen Verwertung zugefĂŒhrt werden sollte.

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