Erneuerung der KBA Hard mit Schaffhauser Umwelttechnik

Der Kl√§ranlageverband entschied, bei der Erneuerung der KBA Hard in Beringen auf innovative Umwelttechnik zu setzen. Die Wahl fiel auf das SCHUBIO¬ģ-Verfahren der ortsans√§ssigen Firma SCHU AG Schaffhauser Umwelttechnik. Der Umbau findet bei laufendem Betrieb statt, Energieeffizienz und Ressourcenschutz stehen im Vordergrund.

Die KBA Hard in Beringen wurde dieses Jahr 35 Jahre alt. Vor 20 Jahren wurde sie ein erstes Mal renoviert. F√ľr die jetzt anstehende zweite Erneuerung entschieden sich die Betreiber gemeinsam mit Experten und den begleitenden Kommissionen, das SCHUBIO®-Verfahren einzusetzen. Der Anspruch auf eine f√ľhrende Rolle in der Technologie der Abfallwirtschaft bleibt somit weiterhin gewahrt. Der Kl√§ranlageverband ist √ľberzeugt, mit diesen Massnahmen einen wichtigen Schritt f√ľr die Erneuerung der Anlage gemacht zu haben. Es wird nicht nur der Stand der Technik erf√ľllt, sondern auch zukunftsgerichtet und nachhaltig mit den bestehenden Ressourcen umgegangen. Energieeffizienz und Ressourcenschutz stehen im Vordergrund. Somit wird das Ziel, den Abfall unserer Region m√∂glichst haush√§lterisch und umweltgerecht zu entsorgen, voll erf√ľllt. Mit dem vorgesehenen Verfahren kann den aktuellen und sich abzeichnenden Ver√§nderungen im Entsorgungsmarkt optimal und flexibel begegnet werden.
 
Investitionskosten rund 600'000 Franken g√ľnstiger
√Ėkonomische und √∂kologische Verbesserungen zeichnen die dritte Generation der KBA Hard aus. Dies wird dank weniger Transporten, geringeren Emissionen, der Erzeugung von Produkten und der Gewinnung erneuerbarer Energie erreicht. Die Investitionskosten liegen teuerungsbereinigt gut eine halbe Million Franken unter dem Abstimmungskredit. Auf Grund des besonders hohen Umweltstandards und der Energieeffizienz der neuen Anlagetechnik besteht die M√∂glichkeit, einen Entwicklungsbeitrag vom Bund zu erhalten. Die Verantwortlichen stehen daf√ľr im Kontakt mit dem Bundesamt f√ľr Umwelt (BAFU).
 
Neues Verfahren basiert auf modernstem Entwicklungsstand
In den Volksabstimmungen der Verbandsgemeinden vom M√§rz 2007 wurde ein Projektkredit von 29 Millionen Franken bewilligt, welcher die Erneuerung der KBA Hard unter Beibehaltung derselben Verfahrensphilosophie vorsah. Das damals beauftragte Planerteam pr√ľfte das im Vorprojekt ausgew√§hlte Verfahren und empfahl, das Vorhaben nochmals technisch zu √ľberdenken. Grund daf√ľr sind die neusten Entwicklungen hin zu einer Monokl√§rschlammverbrennung mit Phosphatr√ľckgewinnung. Nach einer aufwendigen √úberpr√ľfungs- und Evaluations-Phase hat der Verband ein Grobkonzept erarbeiten lassen. Diesem folgte eine umfangreiche Pilotierung auf der KBA Hard sowie ein neues Vorprojekt mit dem Nass-Mechanischen-Trennverfahren (NMT). Das NMT ist der Kernprozess des nun ausgew√§hlten SCHUBIO®-Verfahrens. Es ist eine konsequente Weiterentwicklung weltweit bew√§hrter Abfallbehandlungs-Methoden. Die Verwaltungskommission der KBA Hard erteilte deshalb dem Inhaber des SCHUBIO®-Verfahrens, der SCHU AG Schaffhauser Umwelttechnik, den Auftrag als hauptverantwortlicher Planer. Weitere Leistungen werden gem√§ss submissionsrechtlichen Grundlagen ausgeschrieben.
 
Das geplante Verfahren der Abfallbehandlung in der KBA Hard
Das SCHUBIO®-Verfahren ist auf die Bed√ľrfnisse der KBA Hard abgestimmt und steht unter dem Motto: Waschen-Trocknen-Separieren ‚Äď Sauberer Abfall ist Wertstoff.
 
Das neue Verfahren kommt vollkommen ohne geruchsintensive Kompostierung aus. Der gewaschene Gr√ľnabfall wird wie in einer Espressomaschine mit Dampf und Druck vom Sud befreit. Der Trester wird dreimal verpresst und gewaschen, bis nur noch kr√ľmeliger trockener Torf entsteht, der biologisch stabil ist. Endprodukt des Gr√ľnabfalls ist ein Kompostkonzentrat bzw. Torfersatzprodukt (sogenanntes BioFluff®), welches als Trockenpellets oder Granulat bei der KBA Hard erh√§ltlich sein wird. Bei der Aufl√∂sung des BioFluff®-Granulates mit Wasser im Verh√§ltnis 1:1 entsteht eine hoch saugf√§hige Blumenerde.
 
Der Sud ist wie beim Espresso das Gute, hieraus wird Biogas mit einfacher Anlagentechnik hergestellt. Der Kl√§rschlamm aus der Abwasserreiniungsanlage wird getrocknet und in einer Monoverbrennungsanlage verwertet. Das gereinigte Abwasser aus der Gr√ľngutbehandlung kann als Fl√ľssigd√ľnger eingesetzt werden. Aus Schwarzabfall werden mit der gleichen Anlagentechnik Schwarz-BioFluff® Briketts hergestellt, die in Kohlekraftwerken oder Biomassekraftwerken f√ľr die CO2-freie energetische Verwertung einsetzbar sind.
 
Besonders hervorzuheben ist bei dieser Verfahrenskombination, dass ein massgeblicher Phosphatanteil aus Gr√ľn- und Schwarzabfall durch die Kl√§rschlammverwertung zur√ľckgewonnen werden kann. Dar√ľber hinaus werden durch die Waschung, Verpressung und Verg√§rung sowie die Kl√§rschlammtrocknung werden Stickstoffkomponente frei und gereinigt. Daraus wird dann ein hochwertiger Stickstoffd√ľnger produziert.
 
Steine, Kies und Sand aus der Abfallw√§sche haben geringere Schadstoffgehalte als Schlacken aus der Kehrichtverbrennung und k√∂nnten verwertet werden. Kalkulatorisch wird aber weiterhin eine Ablagerung auf der Deponie Pflumm vorgesehen, wie heute ein Teil der Schlacken aus der KVA Buchs. Dies jedoch mit k√ľrzeren Transportdistanzen. Die heizwertreichen Papier-, Textil- und Kunststoffanteile aus dem Abfall werden weiter in Ballen verpackt; nach dem Umbau sogar mit einer zus√§tzlichen Folienwicklung zur Vermeidung von Emissionen und Folienflug.
 
Quelle: Informationen aus dem Kläranlageverband Schaffhausen-Neuhausen- Feuerthalen-Flurlingen / Medienmitteilung vom 4. Dezember 2008



Copyright: © ASK-EU (04.12.2008)
 
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