Seewasser pur: Abgase von Schiffen lassen sich mit Waschverfahren wirkungsvoll reinigen

Das bei Schiffen als Treibstoff verwendete Schweröl enthält Schwefel und belastet somit die Umwelt stark. Derzeit steht man vor der Entscheidung zwischen dem Einsatz von schwefelfreiem Treibstoff oder Abgaswäschern. Hier bieten sich zwei Varianten an: der Offline-Wäscher und der Inline-Wäscher. Beide können in einer Open-Loop- oder einer Closed-Loop-Betriebsweise geführt werden.

Foto: M. Boeckh (04.05.2018) Die Abgase von Schiffen sind unter Generalverdacht geraten, nicht erst seit der chinesische Frachter „MS Yang Ming Utmost“ am 04. Oktober 2014 den Hamburger Hafen in einem Radius von mehreren Kilometern mit einer Rußwolke bedeckt hat.
Das als Treibstoff verwendete Schweröl enthält bis zu 5 Prozent Schwefel. Mittlerweile ist der Schwefelgehalt auf maximal 3,5 Prozent reduziert worden, handelsüblich sind Schwefelanteile zwischen 2 und 3 Prozent. Ab 2020 soll der Schwefelanteil weltweit weiter auf 0,5 Prozent gesenkt werden. Weiterhin gibt es Schutzzonen im Meer, in denen nur schwefelarmer Treibstoff mit einem Schwefelgehalt kleiner als 0,1 Prozent verwendet werden darf. In besonderen Gebieten ist die Zero-Discharge-Regelung ebenfalls durchgesetzt, so etwa in den meisten Häfen, den Großen Seen in den USA oder in der Ostsee. Man steht also derzeit vor der Entscheidung zwischen schwefelfreiem Treibstoff (LSHFO, Diesel oder LNG) oder Wäschern für Abgase.
Abgaswäscher für Schiffe stehen im Vergleich zu Abfallverbrennungsanlagen an Land vor vielen Problemen. Zwar ist Platz ein gemeinsames Problem, jedoch ist diese Schwierigkeit an Bord ungleich schwerer zu bewältigen als an Land. Aller vorhandene Platz ist belegt oder wird für die Fracht benötigt. Also weicht man, wo möglich, in den Zwischenboden unter Deck 0.0 aus, was bedeutet, dass die statische Struktur des Schiffes angegriffen wird, aber auch, dass ein Tank Züge oder Träger beinhaltet.
Ein weiteres Problem ist das Gewicht. Ein Schiff mit 24 MW Antrieb hat etwa einen Abgasvolumenstrom von 150.000 Nm³/h...

Unternehmen, Behörden + Verbände: LAB GmbH
Autorenhinweis: Dipl.-Ing. Christian Fuchs, LAB GmbH u. Anette Weingärtner, Berlin
Foto: M. Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 2 - Mai 2018 (Mai 2018)
Seiten: 4
Preis: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. Christian Fuchs
Anette Weingärtner

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Kontaktlos dynamisch: Kabelloses Aufladen fahrender Lkw
© Deutscher Fachverlag (DFV) (5/2017)
Das Team von Bombardier Primove aus Mannheim präsentierte auf dem Gelände des neu entstehenden Mannheimer Stadtviertels Franklin Ergebnisse einer umfangreichen Testreihe mit einem kontaktlos dynamisch geladenen Lkw.

Entwicklung einer alternativen Steuerungsstrategie in trockenen Jahren und ihre Einführung in die öffentliche Akzeptanz
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2016)
Um in trockenen Jahren das vorhandene Wasser in der Edertalsperre wirksamer für das Gesamtsystem nutzen zu können, wurde die sogenannte Triggerlinie vom WSA Hannoversch-Münden entwickelt. Wenn der Wasserstand der Edertalsperre unter die Triggerlinie fällt, wird ein Wassersparmodell ausgelöst. Es wurde in Abstimmung mit den Nutzern entschieden, dann den Zielwasserstand am Pegel Hann. Münden um 5 cm auf 1,15 m herabzusenken, um das gesparte Wasser länger im System zu halten. Der Pilotbetrieb kam 2015 erstmals zum Einsatz und die Schifffahrt im Flusssystem wurde so um mehrere Wochen verlängert.

Mit Sicherheit geborgen: Großverpackung für den Transport schadhafter Gebinde
© Deutscher Fachverlag (DFV) (10/2015)
Die neue ADR 2015 (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) stellt besondere Anforderungen hinsichtlich der Transportverpackung bei beschädigten, defekten oder undichten bzw. nicht den Vorschriften entsprechenden Versandstücken mit gefährlichen Gütern oder gefährliche Güter, die verschüttet wurden oder ausgetreten sind.

Musik hören kann tödlich enden: Die ungesicherte Rückwärtsfahrt des Müllwerkers birgt Gefahren
© Deutscher Fachverlag (DFV) (10/2015)
Ein Gerichtsurteil zur fahrlässigen Tötung durch rückwärtsfahrenden Müllwerker bewegt die Entsorgungsbranche. Es ging um das „Überwachungsverschulden“ des Arbeitgebers und die Eigenverantwortung des Musik hörenden Fußgängers. Das Urteil überrascht.

Große Verletzungsgefahr: Beim Arbeiten mit Ultrahochdruck sind Sicherheitsvorkehrungen Pflicht
© Deutscher Fachverlag (DFV) (10/2015)
Bohrinseln reinigen, Stahlprofile schneiden, Schiffsrümpfe in Werften entlacken: Die Anwendungsgebiete für Höchstdruck-Technik sind so vielfältig wie die am Markt erhältlichen Lösungen und Systeme. Einzelne Geräte erreichen gar Betriebsdrücke bis zu 4.000 bar. Das birgt Gefahren für die Anwender. Zahlreiche Unfälle belegen, dass das Thema Sicherheit im Handling solcher Hochdruck-Aggregate nicht ernst genug genommen wird.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Cleantech Experten
 
Lennart Warning
Hofrat Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Himmel
Dipl.-Ing. Uwe Bauer
zu den jüngsten Änderungen
 

Werben in ASK
-
schlagwortsensibel