CULTAN-Düngung und Grundwasserschutz

Die Nitratkonzentration im Grundwasser überschreitet in verschiedenen Regionen den Trinkwassergrenzwert von 50 mg Nitrat/L. Ursache hierfür sind u.a. Stickstoffüberschüsse in der Landwirtschaft, die ausgewaschen werden. Gemeinsames Ziel von Wasserversorgern und Landwirten ist es daher, die Stickstoffüberschüsse bei stabilen Erträgen zu reduzieren. In zwei Projekten wurde getestet, ob die CULTAN-Düngung (Controlled Uptake Long-Term Ammonia Nutrition) dieses Ziel erreichen kann. Im ersten Projekt konnte durch CULTAN die Nitratauswaschung in feuchten Wintern bei gleich bleibenden Erträgen verringert werden. Im zweiten, noch laufenden Projekt konnte mit CULTAN der Maisertrag bei Sommertrockenheit verbessert, die Nitratauswaschung tendenziell reduziert werden. Für Kartoffeln bestehen Hinweise, dass der CULTAN-Dünger effizienter wirkt und daher die Düngermenge gesenkt werden kann. Mit dem CULTAN-Verfahren kann damit bei stabilen Erträgen ein Beitrag zum Grundwasserschutz geleistet werden.

Etwa 70 % des Trinkwassers in Deutschland werden aus Grundwasser gewonnen. Zwischen dem Versickern eines Wassertropfens und der Förderung liegen aufgrund der Verweilzeiten in der ungesättigten Zone und im Grundwasser meist mehrere Jahre, häufig Jahrzehnte. Die Qualität des späteren Trinkwassers entscheidet sich aber bereits auf den ersten Dezimetern der Sickerstrecke. Einerseits gelangen hier Schadstoffe und überschüssige Nährstoffe in das Sickerwasser, z. B. im Bereich von Altlasten oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Andererseits findet ein Großteil der Reinigung des Wassers in diesem Bereich statt. Hierfür sind chemische Prozesse wie Sorption ebenso bedeutend wie biologische, z. B. mikrobiologischer Abbau von Schadstoff en oder Pflanzenaufnahme von Nährstoff en.
Für Trinkwasser gilt der Grenzwert von 50 mg Nitrat/L. Dieses Nitrat stammt überwiegend aus landwirtschaftlich genutzten Gebieten und hat unterschiedliche Quellen: Landwirte düngen heutzutage zwar nicht mehr nach dem Motto „viel hilft viel“, sondern dosieren die Gaben sehr bewusst. Trotzdem kann der Witterungsverlauf dazu führen, dass die Düngergabe zu hoch oder zur falschen Zeit erfolgt und von der Pflanze nicht vollständig verwertet werden kann. Diese Überschüsse können mit dem Sickerwasser in die Tiefe verlagert und nicht mehr von den Kulturpflanzen aufgenommen werden. Mineralisierung von Ernteresten und Humus findet oft zu Zeiten ohne Pflanzenbewuchs statt und ist zeitlich nur begrenzt vorhersagbar. Die dadurch entstehenden N-Überschüsse können ebenfalls ausgewaschen werden.



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 10/2011 (Oktober 2011)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 9,00
Autor: Dipl.-Geoökologe Andreas Schwarz
Dr. Wolf-Anno Bischoff
Jürgen Maier

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