Ressourcenmanagement in der Wasserwirtschaft am Beispiel der Energie und Wasser Potsdam GmbH

Durch den starken Bevölkerungszuwachs in Potsdam bis 2030 und durch den infolge des Klimawandels zu erwartenden weiteren Rückgang der Grundwasserneubildung wird die Situation für die Wasserversorgung zukünftig angespannter werden. Um die Wasserversorgung zu sichern, werden die Grundwasserressourcen zielstrebig bewirtschaftet. Hierbei spielen das Grundwassermonitoring, mit dem die verschiedenen geogenen und anthropogenen Einflüsse beobachtet werden, und Maßnahmen zur gezielten Bewirtschaftung des Grundwassers zentrale Rollen. Die Bewirtschaftungsmaßnahmen werden durch Grundwassermodelle unterstützt.

Die Landeshauptstadt Potsdam verzeichnet eine dynamische Entwicklung, die vor einigen Jahren in dieser Intensität noch nicht abzusehen war. Entgegen dem Trend vieler ostdeutscher Städte – auch Großstädte – und insbesondere der Berlin ferneren Regionen im Land Brandenburg nimmt die Bevölkerung mit 1 bis 1,5 Prozent pro Jahr deutlich zu, was einem realen Zuwachs von ca. 2.000 Einwohnern entspricht. Einher mit dem Bevölkerungswachstum geht die Entwicklung Potsdams zu einem führenden Wissenschafts- und Dienstleistungsstandort mit den Standortvorteilen der Nähe zur Bundeshauptstadt und einer attraktiven Kulturlandschaft. Verbunden mit der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung sind Herausforderungen an die Stadtentwicklung hinsichtlich der Verdichtung und die Ausweisung neuer Bebauungsgebiete für Wohnen, Gewerbe und Dienstleistung und auch an die Entwicklung der Infrastruktur. Hier stehen besondere Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung nach Menge und Güte als Bestandteil der Daseinsvorsorge für die Landeshauptstadt Potsdam an. Die Wasserversorgung erfolgt in Potsdam seit Anbeginn der Wasserversorgung im Jahr 1876 aus Grundwasser, das überwiegend in Nähe der Havel und ihrer Nebengewässer gewonnen wird. Auch wenn ein Blick auf die Landkarte den Eindruck erweckt, dass die Region um Potsdam sehr wasserreich ist, so erfolgt die Gewinnung von Grundwasser für die Trinkwasserversorgung unter dem Einfluss verschiedener geogener und anthropogener Randbedingungen, die besondere Herausforderungen an die Wasserbewirtschaftung stellen. Nur wenn diese Herausforderungen angenommen und konsequent und systematisch verfolgt werden, kann die Wasserversorgung nach Menge und Güte langfristig gesichert werden.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 07/08 - 2011 (August 2011)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Hydr. Karsten Zühlke

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