Geschäftsfelderweiterung – eine Frage der Strategie

Der Strukturwandel in der deutschen Energiewirtschaft lässt Gas- und Stromversorger nach neuen, zukunftsfähigen Geschäftsfeldern suchen. Unterschiedliche Ansätze werden verfolgt. Nur wenige besitzen das Potential, dass auch mittlere und kleinere Versorger damit erfolgreich sein können. Eine klare strategische Positionierung und eine konsequente Umsetzung der Strategie sind Voraussetzungen für erfolgreiche Geschäftsfelderschließung. Erfahrungen von Unternehmen aus andere Branchen, die bereits tiefgreifende Strukturveränderungen bewältigt haben, zeigen, wie es gehen kann und geben Hinweise für den erfolgreichen Aus- und Aufbau neuer Geschäftsfelder. Besonders die konsequente Weiterentwicklung eigener Kernkompetenzen und kundenorientierte Gestaltung neuer Angebote bieten Marktchancen. Energie-Effizienz-Dienstleistungen sind dafür ein gutes Beispiel.

Zunächst ein Ausstieg aus dem Ausstieg der Kernkraft, dann ein Energiekonzept, in dem Gas nicht vorkommt. Die Zukunft für Gasversorger könnte kaum in dunkleren Farben gezeichnet werden. Doch neben Schreckensszenarien, die innerhalb weniger Jahrzehnte den völligen Verzicht auf Gas vorsehen, keimt auch die Hoffnung auf, dass Gas als smarter, wenig belastender und in dezentralen Kraftwerken einsetzbarer Energieträger die durch das Auslaufen von Kernkraft und Kohle entstehende Lücke schließen kann.
Ein stetiges Absinken des Gasverbrauchs einerseits, ein zumindest mittelfristig ansteigender Gasverbrauch andererseits – beide Entwicklungsrichtungen sind denkbar. Das stellt Gasversorger wie Stadtwerke vor Herausforderungen: Die richtigen Prognosen müssen getroffen und Strategien gegebenenfalls angepasst werden. Nicht zuletzt ist daran zu denken, die eigenen Geschäftsfelder zu erweitern, um mehr Sicherheit und Unabhängigkeit in das Geschäft zu bringen.
Es muss nicht alles neu erfunden werden. Strategien, mit denen in anderen Unternehmen Erfolgsgeschichten geschrieben wurden, sind adaptierbar. Marktveränderungen können dabei wahre Treiber sein. Wäre Apple Marktführer fur mobile Player und Musikplattformen geworden, wenn das Geschäft mit Computern nicht unter Druck durch die Marktmacht des Wettbewerbers Microsoft gestanden hätte? Hätte Nokia dieselbe Position erreicht, wenn es nicht ständig auf sich ergebende neue Chancen sehr intelligent reagiert hätte?



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF Gas Erdgas 10/2011 (Oktober 2011)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Psych. Uwe Weinreich
Dipl.-Volksw. Annina Ogrizek

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