- Fortsetzung aus Ausgabe 6/2011 -
Der technische Entwicklungsstand hat die Gaswirtschaften Europas in die Lage versetzt, ihren Kunden einen hohen Grad an Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu garantieren. Das bestehende und weiterhin wachsende Gastransportsystem ermöglicht es, den Transport der hochwertigen, umweltverträglichen Energie Erdgas von den verschiedenen Lieferquellen bis zu den europäischen Verbrauchsschwerpunkten noch über viele Jahrzehnte sicherzustellen.
Innerhalb von vier Jahrzehnten hat sich Erdgas zum zweitwichtigsten Primärenergieträger in Deutschland und Europa entwickelt. Voraussetzung hierfür war die Schaffung einer Infrastruktur, die unter Inkaufnahme großer wirtschaftlicher Risiken durch die beteiligten Unternehmen der Gaswirtschaft ermöglicht wurde. Hierbei haben sich drei Versorgungsebenen herausgebildet: überregionale und regionale Transportsysteme sowie die Ortsgasversorgung. Überlagert werden diese von einem Verbundsystem, das den gesamten Kontinent überspannt. Durch die Anbindung weit entfernter Erdgasquellen (Sibirien, Nordafrika) besitzt dieser Verbund interkontinentalen Charakter. Die rückläufi ge Erdgasproduktion in Westeuropa erfordert die Erschließung neuer Quellen in der Kaspi-Region bzw. im Mittleren Osten, den Neubau weiterer interkontinentaler Ferntransportsysteme sowie den Zubau von Untertagespeichern in Marktnähe. Vermittels der Speicher müssen die im Jahresverlauf gleichmäßig dargebotenen Liefermengen an die Fluktuationen des Absatzes angepasst werden. Jede Quelle liefert Erdgas unterschiedlicher Beschaffenheit. Durch komplexe Strategien der Netzführung – Netztrennungen, Gasmischungen – wird die qualitätsgerechte Vermarktbarkeit des Erdgases gewährleistet. Die Erschließung neuer Erdgasquellen für den europäischen Markt stellt eine große technische und wirtschaftliche Herausforderung dar. Dieses gilt es unter ungeklärten politischen Bedingungen und trotz regulatorischer Vorgaben zu meistern.
| Copyright: | © Vulkan-Verlag GmbH | |
| Quelle: | GWF Gas Erdgas 10/2011 (Oktober 2011) | |
| Seiten: | 7 | |
| Autor: | Prof. Dr. Hans-Georg Fasold | |
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