Der Umbau des Emschersystems – Bau des Abwasserkanals Emscher

Zwischen Dortmund und Dinslaken wird ein zentraler unterirdischer Schmutzwasserkanal mit einer Länge von 51 km errichtet. Nachdem sich zwei Zwischenpumpwerke bereits im Bau befinden, wurde nun mit der Errichtung des ersten Kanalabschnitts begonnen. Dabei werden zunächst Baugruben mit Verbauen als überschnittene Bohrpfahlwände mit
Bohrpfahldurchmessern von bis zu 1,80 m sowie auch als Schlitzwände mit Stärken von bis zu 1,20 m in Tiefen von bis zu 30 m unter Geländeoberfläche erstellt. Nach erfolgtem Aushub kann ab 2012 aus diesen Baugruben heraus der Rohrvortrieb erfolgen.

Das Einzugsgebiet des Flusses Emscher ist seit dem Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts von der Montanindustrie geprägt. Der untertägige Steinkohleabbau verursachte massive Bodensenkungen, die ein offenes Abwassersystem erforderlich machten. Da die Bergsenkungen sich stellenweise durchaus in Dimensionen von 15 Metern und mehr bewegten, wären großräumige unterirdische Abwassersammler intensiv Setzungen und Brüchen ausgesetzt gewesen, die sie letztlich zerstört hätten. Die Nordwanderung des Bergbaus aus dem Emschergebiet hinaus ermöglichte Ende der 80er-Jahre Planungen zum Umbau des Emscher-Systems. Die Kernpunkte der Umgestaltung zu einer modernen, zeitgemäßen abwassertechnischen Infrastruktur sind der Bau geschlossener Kanäle, eine dezentrale Abwasserreinigung und möglichst naturnah umgebaute Gewässer bei Einhaltung des Hochwasserschutzes. Einleitungen städtischer und industrieller Abwässer unmittelbar in die Gewässer werden durch großdimensionierte Abfangsammler unterbunden. Das Abwasser wird zukünftig über Regenwasserbehandlungsanlagen unmittelbar den vier zentralen Kläranlagen der Emschergenossenschaft zugeführt, sodass ausschließlich gereinigtes Wasser in die Emscher gelangt.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 12 - 2011 (Dezember 2011)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dipl.-Ing. Björn Bauckhage

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