Energetische Grundwassernutzung im städtischen Bereich – Planung bei konkurrierenden Nutzungen

Die Grundwassernutzung im Bereich der Bonner Rheinaue hat Tradition. Schon als Bonn noch Regierungshauptstadt war, wurden im Wasserwerk Plittersdorf und im Alten Wasserwerk in der Nähe des ehemaligen Plenarsaals jährlich bis zu 5 Mio. m³ Grundwasser gefördert. In Zeiten hoher Energiepreise und der Notwendigkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, liegt es nahe, die Ressource Grundwasser zum Heizen und Kühlen von Gebäuden zu nutzen. Mit einer übergreifenden Planung kann dies auf nachhaltige und wirtschaftliche Weise geschehen.

Bei dem hier vorgestellten Projekt handelt es sich um den Neubau eines mehrgeschossigen Büro- und Verwaltungsgebäudes an der Heussallee in Bonn (Abb. 1). Ein großer Teil des Heiz- und Kühlenergiebedarfes wird über eine energetische Grundwassernutzung gedeckt. Hierfür wird aus einem Entnahmebrunnen Grundwasser gefördert und in zwei Schluckbrunnen versickert. Im Gebäude wird das im Grundwasser enthaltene Energiepotenzial im Heizfall mit Hilfe einer Wärmepumpe nutzbar gemacht. Die Kühlung erfolgt ohne den Einsatz einer Kältemaschine über die Decken des Gebäudes (Betonkernaktivierung) und zeichnet sich damit durch einen besonders geringen Verbrauch an Primärenergie aus.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 07/08 - 2011 (August 2011)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 8,00
Autor: Thomas Conzen

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