Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten in Deutschland – Die Empfehlungen der Bund / Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser

Die LAWA-Empfehlungen behandeln in ihrer ersten Fassung [1] sowohl die Erarbeitung von Hochwassergefahren- als auch von Hochwassergefahrenzonenkarten, die sich wie folgt unterscheiden: Hochwassergefahrenkarten (HWG-Karten) stellen die Gefährdung durch ein Hochwasserereignis als Zusammenwirken von Eintrittswahrscheinlichkeit und Intensität dar. HWG-Karten sollen für alle Gebiete erstellt werden, bei denen durch Hochwasser signifikante Risiken zu erwarten sind. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird durch die Jährlichkeit des Ereignisses wiedergegeben und in Form der Überschwemmungsfläche dargestellt

Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hatte im Jahre 1995 „Leitlinien für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz“ [9] veröffentlicht, nach denen neben der Verbesserung des Wasserrückhaltes in den Einzugsgebieten der Gewässer und dem unumgänglichen technischen Hochwasserschutz der Hochwasservorsorge eine bedeutende Rolle bei der Vermeidung von Hochwasserschäden zukommt. Diese Rolle wurde durch die „Instrumente und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung dieser Leitlinien“ nochmals unterstrichen. An herausgehobene Stelle setzte die LAWA dabei die Erarbeitung von Hochwassergefahrenkarten. Diese sollen für hochwassergefährliche Flüsse mit hohem Schadenspotenzial flächendeckend und mit vergleichbarem Inhalt erstellt werden. Hochwassergefahrenkarten sollen der Information sowohl der Verwaltung als auch der Öffentlichkeit dienen und unmittelbar zur Verminderung von Hochwasserschäden beitragen. Die am 26.11.2007 in Kraft getretene Richtlinie 2007/60/EG über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (Hochwasserrisikomanagementrichtlinie, HWRM-RL) thematisiert die Instrumente Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarte in Artikel 6. Als deutsche Position für den Prozess der Common Implementation Strategy (CIS-Prozess) wurden die LAWA-Empfehlungen zur Aufstellung von Hochwassergefahrenkarten herausgegeben und später weiterentwickelt. Die nunmehr vorliegende Fortschreibung ist das Produkt einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Herrn Ralf Schernikau (Rheinland-Pfalz), das auf der Homepage der LAWA zum Herunterladen bereitsteht.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 11 / 2010 (November 2010)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 1.090,00
Autor: Dipl.-Ing. Hans-Georg Spanknebel

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Planning and Design of Kemah Arch Dam in a Very Strong Seismic Region
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2016)
The Kemah arch dam is situated in Turkey close to the Eurasian Seismic Zone, where the peak ground acceleration of a 2 500-year earthquake reaches to a value of 0.70g. In this paper, the planning and design of the arch dam are reported besides presentation of main features of the project. Based on the results of geological and geotechnical investigation including the karstic foundation, shape of the arch dam was optimized using the time-history approach to cope with the extraordinary seismic loading, and the stresses in the arch dam and foundation were analysed in each time step. Based on the determined tensile and compressive stresses, the required concrete classes were accordingly defined.

Wer hat was zu tun? Arbeitsteilung bei der Umsetzung der Europäischen HWRM-Richtlinie
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2010)
Eine Vielzahl von Akteuren sind im Umsetzungsprozess der Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie beteiligt. Derzeit ist in Deutschland vor allem die Wasserwirtschaftsverwaltung mit der administrativen Umsetzung und der inhaltlichen Ausgestaltung befasst. Welche Arbeitsteilung zwischen den Hauptakteuren (Bund, Länder, Kommunen, Wissenschaft, wiss.-techn. Verbände, Planungs- und Ingenieurbüros) erkennbar ist, wird in diesem Beitrag beschrieben und diskutiert.

Länderübergreifende operationelle Hoch- und Niedrigwasservorhersage für den Bodensee
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2008)
Seit der operationellen Inbetriebnahme des länderübergreifenden Vorhersagesystems für den Bodensee im Jahr 2004 wurde das Modellsystem und das Informationsangebot auf der Internetseite www.bodensee-hochwasser.info kontinuierlich verbessert. Neben Hochwasservorhersagen werden seit August 2006 auch Niedrig- und Mittelwasservorhersagen bereitgestellt.

Anwendung und Bewertung der saisonalen Hochwasserstatistik in Deutschland - ein Diskussionsbeitrag
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2022)
Zur Ermittlung von Hochwasserwahrscheinlichkeiten nutzt man Extremwertverteilungsfunktionen, welche Stationarität, Unabhängigkeit und Homogenität der verwendeten Daten voraussetzen. Sommer- und Winterhochwasserereignisse weisen in der Regel unterschiedliche Genesen auf, was zu Inhomogenitäten führt. Hier kann die Methode der saisonalen Hochwasserstatistik genutzt werden. In der vorliegenden Arbeit erfolgt eine deutschlandweite Anwendung und Bewertung der saisonalen Hochwasserstatistik auf Basis von 218 Pegelzeitreihen.

Entwicklung eines Masterplans für die Einzugsgebiete von Inde und Vicht zur Verbesserung der Hochwasserresilienz
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2022)
Die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 hat auch das Einzugsgebiet der Gewässer Inde und Vicht enorm getroffen. Der Wasserverband Eifel-Rur hat daraufhin zusammen mit dem Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen University einen Masterplan entwickelt, um die Hochwasserresilienz im Einzugsgebiet dieser Gewässer zu verbessern. Zahlreiche Fachexperten aus unterschiedlichen Disziplinen sowie detaillierte Ortskenntnisse besitzende kommunale Vertreter und Behördenvertreter wurden dabei eingebunden. Weitere Masterpläne für andere Einzugsgebiete im Verbandsgebiet folgen der geschilderten Vorgehensweise.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...