Anwendung von geophysikalischen Verfahren an Talsperren, Dämmen und Deichen – von der 2-D-Tomografie zur 3-D-Geoelektrik

Beim Bau und Erhalt von Talsperren und Anlagen, wie Speicherbecken, Dämmen und Deichen, ist eine genaue Kenntnis der Untergrundbeschaffenheit unabdingbar. Im Rahmen von Baugrunderkundungen und Bestandsanalysen können ergänzend zu direkten Aufschlussmethoden geophysikalische Erkundungsmethoden gewinnbringend eingesetzt werden. Hierfür sind moderne, bildgebende tomografische Verfahren besonders geeignet. Als gebräuchliche Verfahren werden die seismische 2-D-Refraktionstomografie, geoelektrische 2-D-Widerstandstomografie sowie die 3-D-Geoelektrik vorgestellt und mit Beispielen belegt.

Beim Bau von Talsperren und sonstigen Anlagen, wie Speicherbecken, Dämmen und Deichen, ist eine genaue Kenntnis der Untergrundbeschaffenheit unabdingbar. Dies gilt nicht nur für die Errichtung der Bauwerke selbst, sondern ist insbesondere für die Bewertung der hydrogeologischen Verhältnisse erforderlich. Direkte Aufschlüsse, wie z. B. Bohrungen, liefern hierfür sichere Aussagen zur stofflichen Beschaffenheit, können als punktuelle Stichproben jedoch keine Aussagen über die Kontinuität der Bodenschichten und den allgemeinen Strukturgehalt liefern. Für das Schließen der Informationslücken zwischen direkten Aufschlüssen können zerstörungsfreie geophysikalische Erkundungsmethoden eingesetzt werden. Insbesondere tomografische, bildgebende Verfahren sind geeignet, relevante Untergrundstrukturen lückenlos abzubilden und somit direkte Aufschlussmethoden zu ergänzen. Hierbei hat es sich bewährt, die direkten Aufschlüsse nach den Ergebnissen der geophysikalischen Überblickserkundung gezielt sowohl in Homogen- als auch in Anomaliebereichen zu platzieren. Diese Vorgehensweise ist insbesondere für die Analyse von Bestandsbauwerken zielführend.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 04 / 2010 (April 2010)
Seiten: 3
Autor: Dipl.-Geophys. Jakob Schwabe
Dipl.-Geol. Frederick Rose

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