Wasserversorgung in Entwicklungsländern – ein Beispiel aus Tansania

Wie schwierig die Gratwanderung zwischen dem durchaus ehrenwerten Wunsch, die Wasserversorgung in ärmeren Gebieten dieser Welt zu verbessern, und den gesetzlichen Bestimmungen und Fallstricken ist, zeigt ein aktuelles Langzeitprojekt der „Ingenieure ohne Grenzen e. V.“ in einer der ärmsten Gegenden von Afrika: dem Hochland von Karagwe in Tansania.

Spätestens seit dem Millenium-Gipfel der Vereinten Nationen im Jahre 2000, bei dem festgestellt wurde, dass über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, und der Festsetzung der „Millenium Goals“, ist Wasser ein Thema in aller Munde. Jede international tätige Hilfsorganisation, die etwas auf sich hält, muss zum Thema Wasserversorgung mindestens einen Punkt im Grundsatzprogramm aufzuweisen haben. Dies führt nicht nur zu einer starken Emotionalisierung der durchaus berechtigten und notwendigen Grundsatzdebatteüber die Frage, ob Wasser ein Grundrecht oder eine Handelsware sein sollte, es führt weiterhin dazu, dass feststehende Begriffe durch deren inflationäre Verwendung im wahrsten Sinne des Wortes „verwässert“ werden. Von „dreckigem Trinkwasser“ ist da tatsächlich teilweise die Rede, das großen Teilen der Weltbevölkerung lediglich zur Verfügung stünde. Dieses „dreckige Trinkwasser“ wird durch die eine oder andere (geeignete wie ungeeignete) Methode „gereinigt“, so dass am Ende „Trinkwasser besserer Qualität“ erhalten würde, welches jedoch immer noch nicht mit „deutschem Trinkwasser“ vergleichbar wäre.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 12 - 2009 (Dezember 2009)
Seiten: 4
Preis: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. chem. M. Kurt Saygin

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