Energieversorgung 2050 – Herausforderungen für die Abfallwirtschaft

Die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaübereinkommens be-dingt in verschiedenen Bereichen große Änderungen, etwa in der Energieaufbringung, im Verkehrswesen oder im Gebäudesektor. Bei der Energieaufbringung wird von einem massiven Ausbau der Windkraft sowie der Photovoltaik ausgegangen, bei der Mobilität von einem weitgehenden Umstieg auf Elektromobilität. Dies wird auch massiven Einfluss auf das Abfallaufkommen in der Zukunft haben. In einem Szenario des Umweltbundesamtes steigt die installierte Leistung von Photovoltaikanlagen zwischen 2017 und 2050 von 1.270 MW auf 26.400 MW, jene von Windkraftanlagen von 2.844 auf 10.500 MW und die Anzahl an batteriegetriebenen Pkws von 18.500 auf 5,3 Mio. Stück. Entsprechend werden nach der Nutzungsdauer zunehmend größere Mengen an Abfällen anfallen, für die teilweise Recyclingtechnologien noch in Entwicklung sind.

Im Rahmen des Pariser Klimaübereinkommens hat sich Österreich verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Im „Transitions-Szenario“ des Umweltbundesamtes (Umweltbundesamt 2017) wird aufgezeigt, wie dieses Ziel erreicht werden könnte. Um das Ziel zu erreichen, ist ein weitreichender Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft notwendig. Dabei ist insbesondere auf Investitionen in jene langlebigen Infrastrukturen und zukunftsfähigen Technologien zu fokussieren, die einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie ermöglichen, die eine Verringerung der Verkehrsleistung und ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement bewirken, die hohe Energieeffizienzstandards im Gebäudebereich etablieren und die zum Ausbau der Kreislaufwirtschaft beitragen.
Dieser Beitrag fokussiert sich auf den Bereich Energieaufbringung mittels Photovoltaik und Windkraftanlagen sowie auf Elektromobilität. Veränderungen in diesen Bereichen werden auch zeitlich verzögert durch den Anfall etwa von PV-Modulen, Ro-torblättern oder Li-Ionenakkus Auswirkungen in der Abfallwirtschaft haben. Entsprechende Recyclingtechnologien müssen dafür, sofern noch nicht vorhanden, entwickelt und entsprechende Anlagenkapazitäten bereitgestellt werden.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2020 (November 2020)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: Dr. Christoph Lampert
Judith Oliva
Maria Tesar

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