Mehrweginitiativen im to go Getränke- und Lebensmittelbereich – Beispiele für aktuelle Entwicklungen

Der Verbrauch von Einwegverpackungen, um Getränke- und Lebensmittel unterwegs zu genießen, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, und damit haben sich auch die negativen Folgen, wie der Ressourcenverbrauch und das Littering durch weggeworfene Verpackungen, stark erhöht.


KURZFASSUNG: Der Verbrauch von Einwegverpackungen, um Getränke- und Lebensmittel unterwegs zu genießen, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, und damit haben sich auch die negativen Folgen, wie der Ressourcenverbrauch und das Littering durch weggeworfene Verpackungen, stark erhöht. Gerade aktuell stehen in Österreich diese Verpackungen durch die zu erfüllenden Sammel- und Recyclingquoten der EU im Fokus. Sowohl im Getränke- wie auch im Lebensmittelbereich gibt es verschiedene Initiativen, um diese Einwegverpackungen zu reduzieren. So sind Mehrweglösungen im Coffee to go Bereich inzwischen vielfach eingesetzte und von den Konsument*innen akzeptierte Systeme, wohingegen im Food to go Bereich erste Ansätze erkennbar, allerdings noch nicht so weit verbreitet sind. Wesentlich für den Erfolg von Mehrweglösungen ist sowohl bei Getränken als auch Lebensmitteln die Bewusstseinsbildung der Konsument*innen, diese kann u.a. durch die aktive Bewerbung durch gezielt geschultes Verkaufspersonal gefördert werden.

1 EINLEITUNG

Der Verbrauch von Einwegverpackungen, um Getränke- und Lebensmittel unterwegs zu genießen, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, und damit haben sich auch die negativen Folgen, wie der Ressourcenverbrauch und das Littering durch weggeworfene Verpackungen, stark erhöht. So werden alleine in Deutschland für Essen im Außerhaus-Konsum und Sofortverzehr ca. 282.000 t Abfall produziert (Istel & Detloff 2018). Ebenso werden in Deutschland alle 10 min ca. 50.000 Einwegbecher für Heißgetränke weggeworfen, was einer Gesamtmenge von 2,8 Mrd. Be-chern pro Jahr entspricht (Kauertz et al. 2019). Gerade auch durch die Corona-Krise hat sich das Aufkommen an Verpackungsabfällen im häuslichen Bereich um ca. 15 bis 20 % in Österreich gesteigert, sowohl durch Post- wie auch Essenslieferungen (europaticker 2020). Aber auch im öffentlichen Bereich verdoppelte sich in einigen Städten die Abfallmenge in den und rund um die Papierkörbe seit Beginn der Corona-Krise. So entwickelten sich in Frankfurt am Main gerade in der Nähe von Kiosken und Gastronomiebetrieben sogenannte „Müll-Spots", was zusätzliche Sammeltouren der städtischen Müllabfuhr bedingte (Harting 2020).



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2020 (November 2020)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Bockreis
Julika Knapp
D. Kornthaler

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