Im April 2018 verabschiedeten die EU-Abgeordneten das Kreislaufwirtschaftspaket mit hohen Recyclingraten. Die Vorgaben werden vielfach kritisiert. Im Beitrag wird die Entwicklung von Wirtschaftsleistung, Verkehrsaufkommen und Mengen an Gewerbeabfall beleuchtet. Diese Entwicklungen werden den Prämissen nach Wirtschaftswachstum und Begrenzung des Ressourceneinsatzes gegenübergestellt. Daraus wird ersichtlich, welche Recyclingraten künftig erforderlich wären und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
Bei aller Schwierigkeit, die im EU Kreislaufwirtschaftspaket vorgesehenen Recyclingquoten zu erreichen, sind sie notwendig und wichtig. Wie sonst, soll das permanente Wachstum des Einsatzes von Primärrohstoffen eingedämmt werden. Kreisläufe sind nicht nur für Materialen (=Recyclinquoten) zu erfüllen, sondern für Strukturen, sprich Produkte oder Produktteile. Hier sieht das Kreislaufwirtschaftspaket die Maßnahme des ReUse vor. Die Fortführung der Messung des Wohlstandes mit dem aktuellen Indikator „BIP“ sollte ersetzt werden durch Indikatoren für einen umfassenden Wohlstand, der nicht ausschließlich auf der Messung rein ökonomischer Daten basiert, bei denen jeder Unfall und jede Katastrophe, jeder Krieg, jede Krankheit, kurz: jede Zerstörung mit anschließendem Wiederaufbau zu einem scheinbaren Anwachsen des Wohlstandes eines Landes führt. Bislang fehlt jeder empirische Zusammenhang zwischen dem Verbrauchan Ressourcen und der Zufriedenheit und Friedlichkeit einer Gesellschaft –und das ist es, worum es wirklich geht. Das vorliegende Kreislaufwirtschaftspaket folgt mit den geforderten Recyclingratenden bisherigen Wirtschaftsprämissen. Konsequent müssten die Recyclingraten ohne Änderung der Wirtschaftsweise bis über die Grenzen der Machbarkeit hinaus angehoben werden. Somit sind andere Lösungsansätze unausweichlich.
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Quelle: | Recy & Depotech 2018 (November 2018) | |
| Seiten: | 6 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 3,00 | |
| Autor: | Ing. Mag. Walter Hauer | |
| Artikel weiterleiten | In den Warenkorb legen | Artikel kommentieren |
Bio- und Grünabfallverwertung im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – Von der Sammlung bis zur Erzeugung hochwertiger Loisachtaler Erden
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen startete in den 1980er Jahren als einer der Pioniere mit der Einführung der Getrenntsammlung von Abfällen im Rahmen eines 2-Tonnensystems (Altstoff- und Nassmülltonne). Anfang der 1990er Jahre wurde das Konzept weiterentwickelt und 1993 die separate Erfassung und biologische Behandlung von Bio- und Grünabfällen über die Biotonne eingeführt.
Europäische Rechtsvorgaben und Auswirkungen auf die Bioabfallwirtschaft in Deutschland
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Bioabfälle machen 34 % der Siedlungsabfälle aus und bilden damit die größte Abfallfraktion im Siedlungsabfall in der EU. Rund 40 Millionen Tonnen Bioabfälle werden jährlich in der EU getrennt gesammelt und in ca. 4.500 Kompostierungs- und Vergärungsanlagen behandelt.
Maßnahmen zur Reduzierung von Fremdstoffen im Bioabfall aus Großwohnanlagen am Beispiel Augsburg
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Im Projekt reGIOcycle wurden Strategien zur Reduzierung von Kunststofffehlwürfen im kommunalen Bioabfall der Region Augsburg untersucht.
Verwertungsmöglichkeiten von Bettaschen aus der Abfallverbrennung
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Wirbelschichtfeuerungsanlagen machen etwa ein Drittel der österreichischen Abfallverbrennungskapazität aus. In diesen Verbrennungsanlagen entstehen unter Anderem Bettaschen als fester Rückstand. Diese enthalten große Mengen an Glas, sowie Metalle und inerte Materialien wie Keramik, Steine, Beton oder Ziegel. Mittels moderner Aufbereitungstechnologie ist es möglich, in den Bettaschen enthaltene Wertstoffe rückzugewinnen.
Kaskadierte Anwendung von Foundation Models als Verfahren zur Beschreibung von Leichtverpackungsstoffströmen im Recycling
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Bildbasierte Sortierung von Wertstoffen liefert einen essenziellen Beitrag zur längeren Nutzung von Sekundärrohstoffen in der Kreislaufwirtschaft. Dazu werden aktuell neue Hochdurchsatzverfahren zur bildbasierten Abfallsortierung unter Nutzung von trainierbaren KIMethoden erforscht und etabliert.
