Karbonatisierung von Aschen und Schlacken zur Erzeugung von Wertstofffraktionen

Mineralische Abfälle stellen den mengenmäßig größten Abfallstrom dar, während CO2-Emissionen maßgeblich zum Klimawandel beitragen. Daher kann die simultane Verwertung beider Stoffe durch “Carbon Capture and Utilization” (CCU) in Form der Karbonatisierung einen Beitrag zu Ressourceneffizienz und Klimaschutz leisten.

Die Speicherung und Verwertung von CO2 (Carbon Capture and Utilization, CCU) in Form der Karbonatisierung, die im Research Studio Austria (RSA) “CarboResources” untersucht wird, basiert auf der Reaktion von CO2 mit Ca- und Mg-Oxiden oder -Silikaten zu den entsprechenden Karbonaten, welche als Füll- oder Baustoffe eingesetzt werden sollen. Im Rahmen des RSA wurden Reststoffe aus der Stahl- und Papiererzeugung sowie der Biomasse- und Abfallverbrennung grundlegend chemisch und mineralogisch charakterisiert und in HCl gelöst. Der meist Si-reiche Lösungsrückstand wurde direkt und ein Fe-Hydroxid-Konzentrat nach Titration mit NH3 abgetrennt. Ca- und Mg-Karbonate wurden aus der Lösung nach weiterer NH3-Zugabe durch Reaktion mit CO2 aus der Lösung ausgefällt. Die untersuchten Sekundärrohstoffe enthalten zwischen 20 und 30 % CaO, welches v.a. in Form gut säurelöslicher Mineralphasen vorliegt. Die erzeugten Lösungen enthalten zwischen 10 und 20 g/l Ca, liefern aber auch nach der Abtrennung des Lösungsrückstandes sowie des Fe-Hydroxid-Konzentrates, die in der Baustoff- und Metallerzeugung Verwendung finden könnten, nur unreine Mischkarbonate, deren Anwendungsspektrum daher eingeschränkt ist, was sich auf die ökonomisch-ökologische Bewertung des energieaufwändigen Gesamtprozesses negativ auswirkt.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2016 (November 2016)
Seiten: 6
Preis: € 3,00
Autor: Ass.Prof. Dipl.-Min. Dr.rer.nat. Daniel Vollprecht
Katharina Pleßl
Markus Stöllner
MSc. Philipp Sedlazeck
Mag. Therese Schwarz

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