Landfill Mining – ein Beitrag der Abfallwirtschaft für die Ressourcensicherung

Gemäß des in den letzten Jahren stattfindenden Paradigmenwechsels der Abfallwirtschaft von einer reinen Entsorgungswirtschaft hin zu einer ressourcenorientierten Wirtschaftsweise ist die Einbindung bestehender Deponien als Lagerstätten wertvoller Sekundärrohstoffe in eine moder-ne Ressourcenwirtschaft notwendig und folgerichtig.
Der vorliegende Beitrag befasst sich mit dem Landfill Mining, einem Teilgebiet des Urban Minings. Er beinhaltet eine Ressourcenpotenzialabschätzung. Eine kurze Beschreibung der Rückbaumethodik schließt sich diesem Abschnitt an. Anreize und Hemmnisse zum Rückbau werden genannt sowie der erforderliche Forschungs- und Entwicklungsbedarf aufgezeigt.

Urban Mining bedeutet aus dem Englischen übersetzt „städtischer Bergbau" und umfasst im weitesten Sinne anthropogen geschaffene Lagerstätten materieller Ressourcen. In Deutschland wurden seit 1975 etwa 2,5 Mrd. Tonnen an Siedlungsabfällen deponiert. Die in diesem Zeitraum weltweit abgelagerten Mengen liegen bei ca. 36 bis 45 Mrd. Tonnen. Allein der Wert der in deutschen Siedlungsabfalldeponien seit 1975 eingelagerten Ressourcen Eisen, Kupfer und Aluminium werden auf ca. 9 Mrd. Euro geschätzt. Der Rückbau von Deponien mit der Prämisse auf dem Recycling ist grundsätzlich machbar. Details zur angewandten Technik stehen allerdings nicht ausreichend zur Verfügung. Im September 2012 startete ein großangeleg-tes FuE-Vorhaben des deutschen Ministeriums für Bildung und Forschung sowie des Landes Nordrhein Westfalen zum Thema landfill mining. Ziel des 3 jährigen Vorhabens ist es u.a. Ge-samtkonzeptionen für das Landfill Mining zu entwickeln und Informationen zur Umsetzung entsprechender Vorhaben bereitzustellen.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 10
Autor: Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke
Dr.-Ing. Kai Münnich
Dipl.-Ing. Christof Heußner
Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger
Dipl.-Ing. Burkart Schulte

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