Deponiegasnutzung in der Schwachgasphase am Beispiel von Mikrogasturbinen

Mit der Beendigung der Ablagerung von organikhaltigen Materialien schwinden die Deponie-gasmengen und die Verstromungserlöse gehen zurück. Infolge dessen sind die für Gasmengen seinerzeit ausgelegten Anlagen zur Gasnutzung mittlerweile vielerorts überdimensioniert und befinden sich insofern in einem unwirtschaftlichen Teillastbetrieb. Die Entscheidung im Rah-men eines „Downsizing“ in neue und kleinere Gasnutzungsaggregate zu investieren wird auf-grund der Gasmengenentwicklungen vielerorts als riskant bewertet. In der Konsequenz sind in der Regel allenfalls Investitionen in thermische Behandlungsanlagen und weniger in Gasnut-zungstechniken zu beobachten.

Mit der Beendigung der Ablagerung von organikhaltigen Materialien schwinden die Deponiegasmengen und -qualitäten und die Verstromungserlöse gehen zurück, in der Folge sind die Anlagen zur Gasnutzung mittlerweile oft überdimensioniert. Die Ent-scheidung im Rahmen eines „Downsizing" in neue und kleinere Gasnutzungsaggregate zu in-vestieren wird aufgrund der Gasmengenentwicklungen vielerorts als riskant bewertet. Die Ent-wicklung geht deshalb in die Investition thermischer Behandlungsanlagen oder "Kompostfilter" und weniger in Gasnutzungstechniken. Parallel zu dieser Entwicklung ist festzustellen, dass die vorhandenen Gasfassungssysteme vielerorts marode und in ihrem bestehenden Zustand gar nicht mehr in der Lage sind, das potentiell vorhandene Gasdargebot des Deponiekörpers zu fas-sen. Umfangreiche Untersuchungen an verschiedensten Deponiestandorten zeigen aber, dass in den betreffenden Hausmülldeponien bzw. Altdeponien noch ein bedeutendes organisches Rest-Gaspotential vorhanden ist.
Durch ein dem Stand der Technik angepasstes, ggf. modernisiertes Gaserfassungssystem, einem angepassten Entgasungsbetrieb und einer entsprechend angepassten Anlagentechnik ist es mög-lich, Hausmüll- und Altdeponien mit einem vergleichsweise hohen Gaserfassungsgrad zu ent-gasen und neben einer wirtschaftlichen Gasnutzung auch die Ziele einer weitest gehenden Sta-bilisierung biologisch verfügbarer Organik zu erreichen.
Der Beitrag geht deshalb zunächst auf die wesentlichen Bedingungen einer optimalen Gaserfas-sung und Gasbildung als Grundvoraussetzung für eine wirtschaftliche energetische Nutzung von Deponiegas in der Stilllegungs- und Nachsorgephase ein bevor die Betriebserfahrungen von Mikrogasturbinen aus technischer und wirtschaftlicher Sicht vorgestellt werden.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 6
Preis: € 3,00
Autor: Dipl.-Ing. (TU) Dipl.-Wirt.Ing. (Uni) Christoph Bröcker
F. Hübl

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