2000 wurde auf der Basis der schweizerischen Altlastenverordnung die Sanierung der Sonder-mülldeponie Bonfol im Kanton Jura (Nordwestschweiz) gefordert. Seitdem arbeiten zahlreiche Experten daran, modernste Technik in vielen Bereichen zusammenzuführen und aufeinander abzustimmen. Denn bislang gibt es weltweit kaum Erfahrungen mit der definitiven Sanierung einer rund 180 Meter langen, rund 120 Meter breiten und bis zu 10 Meter tiefen Deponie, die zum überwiegenden Teil Abfälle aus der chemischen Produktion enthält.
Die Sondermülldeponie nahe dem jurassischen Dorf Bonfol (CH) wird im Auftrag der Basler Chemischen Industrie (BCI) definitiv saniert. Dabei werden die 114.000 Tonnen zumeist chemischen Abfälle, die in den 1960er- und 1970er-Jahren in einer Tongrube eingelagert wurden, komplett ausgehoben. Während gut zehn Jahren wurden für die-ses Pionierprojekt die Rahmenbedingungen geklärt, dann Arbeiten geplant, vorbereitet und eine umfangreiche Infrastruktur errichtet.
Im April 2010 begann der Abfallaushub mit einem ferngesteuerten Kran-Greifer-System in der Aushubhalle. Die Abfälle werden für den Transport stabilisiert und in Spezialcontainer verla-den. Dann werden die Abfälle per Bahn in die Sonderabfallverbrennungsanlagen in Deutschland oder Belgien gebracht und fachgerecht entsorgt. Seit Beginn der Arbeiten sind bereits mehr als 50.000 Tonnen Abfälle ausgehoben worden. Nach Abschluss der Sanierung 2015 soll die Grube mit Erde aufgefüllt und das Areal wieder mit Bäumen bepflanzt werden.
Dr. Anton Aeby, Projektleiter und Sicherheitsbeauftragter der bci Betriebs-AG, erklärt die Um-setzung des Konzepts und berichtet aus dem Alltag der definitiven Sanierung.
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Quelle: | Depotech 2012 (November 2012) | |
| Seiten: | 6 | |
| Autor: | Dr. Anton Aeby | |
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