Kohlenstoffsenke MBA-Deponie – Auswertung von Langzeit- inkubationsversuchen

Aus den Ergebnissen von 55 Langzeitlaborversuchen zur Bestimmung der Gasbildung (gemäß Ö-NORM S2027 Teil 2, 2012) von Materialien aus MBA-Anlagen und Altdeponien wurde deren Gasbildungspotential abgeschätzt. Dazu wurde in einem ersten Schritt ein mathematisches Modell (log-Normalverteilungsfunktion) der Gasbildung entwickelt, mit dessen Hilfe der Gasbildungsverlauf bis zum Ende der Gasbildung extrapoliert werden kann. Aus dem Kohlenstoffgehalt der Materialien und dem abgeschätzten Gasbildungspotential wur-de ein wahrscheinlicher End-TOC-Wert des Deponiegutes errechnet. Diese erste Abschätzung lässt für ordnungsgemäß behandelte MBA-Materialien (Grenzwert der Deponieverordnung für GS21 wird eingehalten) einen End-TOC-Wert von > 10 % TM erwarten.

Das Ziel der mechanisch biologischen Behandlung von Restabfall ist die Mineralisierung bzw. Stabilisierung der organischen Ursprungsubstanzen. Damit wird eine Reduktion von Emissio-nen nach der abschließenden Deponierung erreicht. Weiters wird eine MBA-Deponie als Koh-lenstoffsenke betrachtet. Welcher Kohlenstoffanteil schlussendlich langfristig im Deponiegut verbleibt, ist derzeit jedoch nicht bekannt.
In den beiden letzten Jahrzehnten wurden am ABF-BOKU ca. 750 Inkubationsversuche (ent-sprechend Ö-NORM S2027 Teil 2, 2012) durchgeführt. Untersucht wurden vorwiegend Proben aus mechanisch biologischen Behandlungsanlagen (aus unterschiedlichen Stadien der Behand-lung) sowie aus alten Deponien. Wie in der Ö-NORM gefordert, betrug in den meisten Fällen die Testdauer 21 Tage (verlängert um die Dauer eventuell auftretender lag-Phasen). Während der Entwicklung der Versuchsprozedur – die minimal erforderliche Testdauer war noch nicht bekannt – wurden die Versuche bedeutend länger beobachtet. Auch während der letzten Jahre wurden wieder vermehrt länger dauernde Versuche durchgeführt.
Im Auftrag des österreichischen Interessenvertretung MBA (Binner 2012) wurden 55 Lang-zeitversuche ausgewertet, um Anhaltspunkte zum Gasbildungspotential bzw. zum Endkohlen-stoffgehalt (End-TOC) in MBA-Deponien (nach Abklingen der Gasbildung) zu erhalten.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 6
Autor: Dipl.-Ing Erwin Binner
Dr. Katharina Böhm
O.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Lechner

Die Bibliothek und die Kaufoptionen sind umgezogen zu https://library.wasteculture.com

Bereits erworbene Artikel können weiterhin über myASK abgerufen werden.


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Stand der Technik der Abfallablagerung auf Deponien in Deutschland und deren Beitrag zum Klimaschutz zur Vorbereitung der Arbeiten für ein BVT-Merkblatt Deponien
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Der Stand der Technik im Bereich der Deponien soll künftig über ein BVTMerkblatt geregelt werden. So sollen Umweltauswirkungen im Zusammenhang mit dem Deponiebetrieb wie zum Beispiel die Freisetzung von klimarelevanten Methanemissionen minimiert werden.

Einfluss von Vegetation auf die mikrobielle Methanoxidation in Deponieabdeckschichten zur Minimierung von Methanemissionen
© Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW) (3/2012)
Das biologische Methanoxidationspotenzial methanotropher Bakterien in Deponieabdeckschichten ist eine nachhaltige und kostengünstige Methode, um treibhausschädliche Methanemissionen zu reduzieren. Der maßgebliche limitierende Faktor der Methanoxidation ist die Sauerstoffverfügbarkeit, die v.a. in sehr feinporigen Bodenmaterialien nicht ausreichend gegeben ist. In Säulenversuchen wurde der Einfluss verschiedener Vegetationsarten auf die Methanoxidationsrate untersucht. Es konnte eine deutliche Verbesserung der Bodenbelüftung erzielt werden und, in Verbindung mit Leguminosen, auch eine begünstigende N-Anreicherung, was sich zusammen positiv auf die Methanoxidationsrate auswirkte.

Abfallverbrennung in Europa
© Rhombos-Verlag (10/2011)
Für eine nachhaltige Abfall- und Energiewirtschaft ist die Abfallverbrennung ein zentrales Element

Gute Entwicklungschancen
© Rhombos-Verlag (1/2008)
Die deutsche Entsorgungswirtschaft verfügt über ein großes Potential für Umwelttechnik und Arbeitsplätze

LUBW Handlungshilfe Deponieverordnung – Was haben die EU-POP- Verordnung, die Ersatzbaustoffverordnung, die LAGA-Mitteilung 23 & Co. mit Deponien zu tun?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Der Beitrag soll anhand der in Baden-Württemberg etablierten LUBW-Handlungshilfe Deponieverordnung, die 2024 novelliert wurde, die Bezüge zur Ersatzbaustoffverordnung, zur EU-POP- Verordnung sowie zu den Regelungen der LAGA Mitteilung 23 „Vollzugshilfe zur Entsorgung von asbesthaltigen Abfällen“ im Themenfeld der Deponien aufzeigen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...