Sensordatenbasierte Tourenoptimierung in der Entsorgungslogistik

Im Jahr 2009 haben die fast 3,6 Mio. österreichischen Haushalte knapp 3,9 Mio. Tonnen Müll (http://www.bundesabfallwirtschaftsplan.at/) angehäuft. Diese Menge an Müll fällt jedoch nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt an, sondern unterliegt großen Schwankungen, die unterschiedliche Ursachen haben können. Die Müllmenge der einzelnen Fraktionen hängt, z.B. von der Jahreszeit ab, so fällt im Frühjahr und Sommer mehr biogener Abfall an. In Urlaubsorten fällt während der klassischen Reisezeiten mehr Müll an, der an den Hauptwohnsitzen der Haushalte wegfällt, usw. Es ist ersichtlich, dass das Abfallaufkommen nicht exakt vorhersehbar ist und Prognosen und Erfahrungswerte damit nur begrenzt für die Planung von Entsorgungsfahrten einsetzbar sind.

Ein Konsortium an Partnern arbeitet an einem Forschungsprojekt im Bereich der Tourenoptimierung für Entsorgungsfahrzeuge. Dabei sollen Füllstandsdaten von Containern, die an Müllsammelstellen stehen, für den effizienten Einsatz der Entsorgungsfahrzeuge herangezogen werden. Neben der Schaffung der geeigneten Datenbasis für die Planung der Entsorgungsfahrten wird ein Pilotsystem entwickelt, das die DisponentInnen von Entsorgungsunternehmen bei ihrer Planung unterstützt und alle relevanten Informationen über Füllstände und Touren übersichtlich anzeigt. Für die größtmögliche Flexibilität wird die Planung der Fahrten tagesaktuell durchgeführt bzw. für die folgenden Tage mit Prognosen der anfallenden Müllmenge, die aus historischen Daten und jahreszeitabhängigen Modellen stammen, gearbeitet. Die Vorteile dieser Vorgehensweise sind vielfältig: einerseits können der Planungsaufwand der DisponentInnen verringert und die Fehleranfälligkeit minimiert werden. Andererseits werden durch das Einbeziehen der aktuellen Füllstandsdaten die Fahrzeuge effizienter eingesetzt und teilbeladene Fahrten vermieden, was zu Kosteneinsparungen führen soll.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 6
Autor: S. Summer
G. Kiechle
K.-M. Edlinger
G. Schweiger

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