Möglichkeiten zur Optimierung der Erfassung von Wertstoffen in Bayern

Nach längerer Diskussion wurde in Deutschland ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz verabschiedet, das zum 01.06.2012 in Kraft getreten ist (KrWG 2012). Eigentlicher Anlass war die notwendige Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie in deutsches Recht. Bei dieser Gelegenheit wurden jedoch auch weitergehende Regelungen getroffen, mit der die Nutzung der Ressource Abfall forciert werden soll: So sind ab 2020 mindestens 65 % der Siedlungsabfälle der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen. Bereits ab 2015 sind Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle ebenso wie Bioabfälle in der Regel getrennt zu erfassen.

Die Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie in deutsches Recht erfolgte mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz, das zum 01.06.2012 in Kraft getreten ist. Dieses enthält auch Regelungen mit denen die Nutzung von Wertstoffen im Abfall weiter verbessert werden soll. Neben Vorgaben für die Erfassung und Verwertung bestimmter Fraktionen wird auch die Einführung einer einheitlichen Wertstofftonne diskutiert. Nachfolgend wird erläutert, welche Systeme zur Wertstofferfassung es derzeit in Bayern gibt und welche Erfolge damit erzielt werden. Diese Diskussion ist für Bayern von besonderem Interesse, weil hier mehr als 1600 Wertstoffhöfe eine wichtige Rolle bei der Wertstofferfassung – insb. auch von Verpackungen – spielen. Die seit zwanzig Jahren erstellte Abfallbilanz zeigt, dass mit für den Bürger komfortableren Holsysteme die Menge der erfassten Wertstoffe erhöht werden kann. Es erscheint deshalb durchaus sinnvoll, diese für die wichtigen und regelmäßig anfallenden Wertstoffe (Bioabfall, Papier und Leichtverpackungen) weiter auszubauen. Für Wertstoffe, die seltener und in geringeren Mengen anfallen, haben dagegen Bringsysteme und auch Wertstoffhöfe aus unserer Sicht weiterhin ihre Berechtigung. Ob mit der vorgesehenen Wertstofftonne tatsächlich große Fortschritte bei der Erfassung von Wertstoffen im Hinblick auf eine hochwertige stoffliche Verwertung erzielt werden können, wird dagegen eher skeptisch gesehen.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 6
Autor: Dipl.-Ing. Christian Daehn

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