Aerobisierung von Deponien in der Schweiz – Erkenntnisse aus dem Anlagenbetrieb

Unter diesen Voraussetzungen wurden in den letzten 20 Jahren die Rechtsgrundlagen umfassend erweitert. Einer der Leitgedanken dabei war, dass aus sämtlichen nicht vermeidbaren Abfällen nur wiederverwertbare oder endlagerfähige Stoffe entstehen. Darüber hinaus sollen umweltgefährdende Stoffe in möglichst konzentrierter und umweltverträgliche Stoffe in möglichst erdkrusteähnlicher Form anfallen.

In der Abfallwirtschaft der Schweiz wurden in den vergangenen 20 Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Umweltauswirkungen von Deponien auf ein verträgliches Mass zu reduzieren. Während bei den neuen Deponien der nachsorgearme Zustand mehrheitlich erreicht werden kann, weisen insbesondere die ehemaligen Kehrichtdeponien deutlich erhöhte Emissionswerte auf. Erstmals in der Schweiz wird seit Anfang 2008 die Aerobisierung mittels Depo+-Verfahren angewandt, um die Umweltemissionen einer ehemaligen Kehrichtdeponie zu verringern. Dabei wird durch Absaugung im Deponiekörper ein Unterdruck erzeugt, mit dem Ziel, dass der eindringende Luftsauerstoff zu aeroben Bedingungen und damit zu einer Umwandlung der organischen Inhaltsstoffe zu CO2 führt. Die abgesaugte Menge an Aerobisierungsgas konnte kontinuierlich gesteigert werden und liegt seit Mitte 2009 bei durchschnittlich rund 150.000 m3/Monat. 2009 konnten so knapp 140 Tonnen C über den Gaspfad aus dem Deponiekörper ausgetragen werden. Aus heutiger Sicht lässt sich festhalten, dass sich die aeroben Abbauprozesse auf gutem Niveau etabliert haben. Zudem sind auch erste Auswirkungen auf die Sickerwasseremissionen erkennbar. Der Betrieb der Anlage wird wie geplant noch mehrere Jahre fortgesetzt.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2010 (November 2010)
Seiten: 6
Autor: Dipl. Umwelt-Ing. ETH Armin Bachofner
A. Düring
W. Meier

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