Design von Abdeckschichten zur Unterstützung der In-Situ-Aerobisierung

Mit Hilfe von Großlysimeterversuchen am Standort Seibersdorf (AIT Austrian Institute of Technology) wird der Frage nachgegangen, ob das Verfahren der In-Situ-Aerobisierung durch das flächige Aufbringen von geeigneten Abdeckschichten, die gleichzeitig als Methanoxidations- und Wasserhaushaltsschicht dienen, effizienter gestaltet werden kann. Die Abdeckschichten, bestehend aus unterschiedlichen Kompost- und Erdmaterialien, wurden gemeinsam mit einer Gasverteilungsschicht in die Lysimeter eingebaut. Frischer Hausmüll unterhalb der Abdeckschichten soll für eine ausreichende Methangasbildung garantieren. Die Lysimeterversuche sind noch nicht abgeschlossen. Erste Ergebnisse der passiven Abdeckschichten (vor der Belüftung) zeigen, dass die Abdeckschicht aus reifem Klärschlammkompost ein opti-males Feuchte- und Temperaturmilieu für methanotrophe Bakterien während des gesamten Untersuchungszeitraumes geboten hat. Auch die Voruntersuchungen unter Laborbedingungen bes-tätigen, dass das zuvor genannte Kompostmaterial am besten für die Methanoxidation geeignet ist.

Deponien und Altablagerungen gehören weltweit zu den bedeutendsten Quellen anthropog bedingter Methanemissionen. Mit der In-Situ-Aerobisierung (Niederdruckbelüftung) von Deponien und Altablagerungen können klimaschädliche Methanemissionen von abgelagerten Abfälle mit hohem organischen Anteil nachhaltig und kontrolliert vermindert werden. Um den Einsatz der Niederdruckbelüftung noch effizienter zu gestalten, wird das flächige Aufbringen von Abdeckschichten, die gleichzeitig als Methanoxidations- und Wasserhaushaltsschicht dienen, diskutiert. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Nutzraum" („Innovative In-Situ-Methoden zur Sanierung von Altablagerungen und kontaminierten Standorten") wird u.a. untersucht, ob Entgasungsbrunnen sowie zur Abluftreinigung erforderliche Biofilter bei der In-Situ-Aerobisierung durch die zuvor angesprochenen Abdeckschichten eventuell eingespart werden können. Durch die zusätzliche Forcierung der mikrobiellen Oxidation von Methan einerseits, sowie der Verringerung einer Sickerwasserbelastung andererseits, könnte somit die In-Situ-Aerobisierung kostengünstiger gestaltet werden. Es werden verschiedene Anforderungen an eine geeignete Abdeckschicht gestellt. So muss diese ausreichend dicht sein, um die Luftausbreitung im Deponiekörper zu ermöglichen, gleichzeitig jedoch genügend Durchlässigkeit mit sich bringen, um die mikrobielle Methanoxidation nicht zu behindern. Eine zusätzliche Anforderung bedingt eine hohe Wasserspeicherkapazität, um das Niederschlagswasser für die Evapotranspiration zurückzuhalten, und somit die Infiltration in den Deponiekörper und die daraus resultierende Sickerwasserbildung zu unterbinden. Weiters ist auch ein gewisses Feuchtemilieu für einen effizienten mikrobiellen Ab- und Umbau während der In-Situ-Aerobisierung erforderlich.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2010 (November 2010)
Seiten: 2
Preis inkl. MwSt.: € 1,00
Autor: Marlies Hrad
Dipl.-Ing. Dr. Marion Huber-Humer
Bernhard Wimmer

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Projekt „low carb“ – CO2-Minderungspotenziale und ihre Grenzen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Seit Anfang 2024 unterliegen auch Müllheizkraftwerke der CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissions-Handelsgesetz (BEHG) und der Emissionsbericht- Erstattungsverordnung (EBEV). Obwohl dieser Einbezug noch immer stark umstritten ist – und aktuell auch gerichtlich beklagt wird – ist das Gesetz in Kraft und von den Anlagen derzeit zu vollziehen.

Bioabfallmanagement EGW – fremdstoffarm erfassen, verluststoffarm aufbereiten und hochwertig verwerten
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Die Strategie der EGW besteht darin, die Produktausbeute aus dem Strom der Bioabfälle bestmöglich zu gestalten. Gleichzeitig soll die stoffliche Qualität der Bioabfallkomposte hochwertig sein, indem die Grenzwerte der BioAbfV deutlich unterschritten werden. Die ersten Weichen werden bei der sortenreinen bzw. störstoffarmen Erfassung der Bioabfälle gestellt.

Bioabfallwirtschaft 2030 – Potenziale, Herausforderungen und Hemmnisse: Statement zur Podiumsdiskussion
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
In den 80er bis 90er Jahren betraten viele Pioniere der getrennten Bioabfallwirtschaft als junge Gärtner, Landwirte, Techniker, Studenten und Akademiker das Feld der damals noch hemdsärmeligen Abfallwirtschaft. Viele sind dem Metier während ihres gesamten Berufslebens treu geblieben. Heute, gut 40 Jahre später, sind die Pioniere von damals bereits im wohlverdienten Ruhestand oder stehen kurz davor. Der Generationenwechsel in der Bioabfall- und Kompostwirtschaft ist im vollen Gange.

Bioabfallwirtschaft 2030 – von der Entsorgung zur Versorgung
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Die Kreislaufwirtschaft hat im Bereich der stofflichen Verwertung von Komposten aus Biogut, Grüngut und anderen Bioabfällen, vor allem in den letzten zehn Jahren, enorme Fortschritte im Hinblick auf weiter verbesserte Qualitäten gemacht.

#wirfuerbio: Maßnahmen zur Steigerung der Qualität und Quantität der Bioabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Die Kampagne #wirfuerbio hat in den letzten fünf Jahren die Kommunikation und die abfallwirtschaftlichen Maßnahmen zur Reduktion von Störstoffen erfolgreich vorangetrieben und weiterentwickelt. Bei den Mitgliedern der Kampagne haben sich die Störstoffquoten deutlich verringert, wodurch sich die Bioabfallqualität verbessert hat.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...