Paradigmenwechsel (griechisch „Paradigmen“ – bedeutet sinngemäß Muster, mit beispielhaft, modellhaften Charakter) ist eine häufig gestellte Forderung angesichts der beobachtbaren Auflösung von bodenständigen, alten Kulturen durch Abbau von Grenzen und Schranken sowie der enormen Verbilligung von Transporten über große Distanzen.
Ein weiteres beobachtbares Phänomen ist mancherorts die Entstehung von sog. „multi-kulti“ Gesellschaften, wobei nach dem unveränderbar stets geltenden 2. Hauptsatz der Thermodynamik dies naturgemäß mit Entropiezuwachs bzw. einer zunehmenden „Unordnung“ und somit auch „Verschmutzung“ der lokalen Umwelt und des Planteten Erde (samt dem angrenzenden Weltraum) einhergeht.
Im Bereich Umweltschutz und Abfallwirtschaft ist ein Paradigmenwechsel von Abfallentsorgung bzw. Beseitigung durch Deponierung und (fragwürdigen) Exporten hin zu Ressourceneffizienz und effiziente Abfallverwertung dringend erforderlich. Am Beispiel Altfahrzeuge und Elektroaltgeräte ist erkennbar, dass der prohibitiv wirksame Verwaltungsaufwand für Abfallwirtschaft, zusätzlich im Inland vorgeschriebene Abgaben sowie offizielle und inoffi-zielle Exporte in Länder mit „billigeren" Möglichkeiten (jedoch mit weitestgehend fehlender Kapazität für Abfallbehandlung mit den in Österreich geforderten Umweltschutzstandards) sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich nachhaltig schädlich ist. Ein Paradigmenwechsel ist erforderlich von derzeit üblichen Abfallverbringungen zu billigsten Entsorgungen hin zu ge-zielten Abfallimporten mit hoher Ressourcen- und Energieeffizienz samt der damit einhergehenden Wertschöpfung für bereits bestehende und geplante Anlagen in Österreich.
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Quelle: | Depotech 2010 (November 2010) | |
| Seiten: | 6 | |
| Autor: | Walter Kletzmayr Franz Neubacher | |
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