Zur systematischen Entwicklung von Trennverfahrennach physikalischen Eigenschaften (z.B. Korngröße, Dichte, Magnetisierbarkeit) ist es notwendig, die Aufgabe mittels Merkmalsklassenanalyse zu charakterisieren. Darauf aufbauend kann das bestmögliche Trennergebnis bei Ausnutzung eines bestimmten Merkmalsunterschiedes ermittelt werden. Damit kann die Trenngüte eines bereits bestehenden Prozesses beurteilt werden. Für die Aufbereitung mineralischen Rohgutes sind die notwendigen Analysemethoden seit langem verfügbar und gut eingeführt. Es wird gezeigt, dass sie mit gewissen Einschränkungen und Anpassungen auch auf feindisperse Abfälle aus Produktionsprozessen anwendbar sind.
Die bei technischen Prozessen zwangsweise als Beiprodukt entstehenden Abfallprodukte sind oft feinkörniger Natur und häufig schadstoffbelastet. Trotz teilweise hoher Wertstoffgehalte sind sie ohne Vorbehandlung zum Wiedereinsatz meist wenig geeignet. Ihre Zusammensetzung – sowohl stofflich wie auch hinsichtlich der Dispersität – hängt stark von den Prozessparametern ab und ist damit sehr variabel. Oft werden die Stäube zur Gänze deponiert, wobei sie einerseits bedeutende Wertstoffverlus-te, andererseits hohe Entsorgungskosten verursachen. Im Zuge verschärfter Deponierungsrichtlinien und durch hohe Metallpreise kann sich als Alternative die Aufbereitung der Stäube in verschiedener Form rechnen – durch die Wiedergewinnung von Einsatzstoffen, durch die Verringerung der zu deponierenden Mengen oder durch die insgesamt günstigere getrennte Deponierung von einem kleinen hoch belasteten und einem großen schadstoffarmen Anteil. Zur systematischen Entwicklung von Aufbereitungsverfahren auf Basis physikalischer Trennprozesse wird auf die bewährten Methoden aus der Trenntechnik für mineralische Stoffe zurückgegriffen.
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Quelle: | Depotech 2010 (November 2010) | |
| Seiten: | 4 | |
| Autor: | Wolfgang Öfner Andreas Böhm | |
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