Lagerung von Energieholz für Biomasseheizkraftwerke

Der Beitrag der Biomasse zur Energieversorgung in Europa ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur in den letzten Jahren von 45 auf 50,2 Millionen t Rohöleinheiten gestiegen. Dies bedeutet einen Anstieg um 1,1 Millionen Einheiten pro Jahr. In den kommenden Jahren müssten jährlich 8 Millionen t Biomasse zusätzlich für den Energiemarkt bereitgestellt werden, damit die für den Zeitraum von 2000 bis 2010 angestrebte Erhöhung der Biomasse auf 135 Millionen t Rohöleinheiten erreicht wird.

Die in Mieten im Freien gelagerten Holzhackschnitzel (Schnitzellänge 25 bis 30 mm) erwärmten sich aufgrund mikrobiologischer Aktivitäten im Mietenkörper sehr rasch auf etwa 50 bis 60 °C. Das hohe Temperaturniveau dauerte etwa 4 bis 6 Wochen an und ging danach relativ rasch wieder auf einen etwas höheren Wert als die Umgebungstemperatur zurück. Die Lagerung war von hohen Trockenmasseverlusten begleitet, die in der etwa 41/2-monatigen Lagerung bei 20 bis 30 % lagen. Die Verluste sind vergleichbar mit dem Trockenmasseabbau in einer biologischen Rotte. Außerdem trat im Lagerstock eine starke Schimmelbildung auf. Der Trocknungserfolg war mit einer Wassergehaltssenkung von 56,60 % bei der Einlagerung auf 43 bis 46 % bei der Auslagerung relativ gering. Der vom Heizkraftwerk geforderte Restwassergehalt von w  35 % wurde in keiner Miete erreicht. Zwischen den Mieten mit eingebautem Zwangsbelüftungssystem und den unbelüfteten Mieten gab es bezüglich des Trocknungserfolges und der Lagerqualität insgesamt keine signifikanten Unterschiede. Allerdings waren die eingesetzten Axialventilatoren aufgrund des hohen Durchströmungswiderstandes der fein gehackten Hackschnitzel kaum wirksam. Auf die Ausrüstung der Mieten mit einer Zwangsbelüftung kann verzichtet werden, da die Gefahr der Selbstentzündung der Mieten nahezu ausgeschlossen werden kann. Bei einem zukünftigen Verfahren der Ernte und Bereitstellung von schnell wachsenden Baumarten im Kurzumtrieb sollten grobstückige Hackschnitzel mit einer Kantenlänge von  80 mm durch die Erntetechnik bereitgestellt werden. Solche Hackschnitzel sind in im Freien angelegten Mieten problemlos und mit ausreichender Qualität zu lagern. Durch eine Nachtrocknung mit Abwärme am Heizkraftwerk lässt sich die Qualität der Hackschnitzel für eine anschließende Verbrennung durch Erhöhung des Heizwertes weiter verbessern.



Copyright: © Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock
Quelle: 2. Rostocker Bioenergieforum (Oktober 2008)
Seiten: 5
Autor: Prof. Dr. Norbert Kanswohl
Dr. Mathias Schlegel
Dr. Ing. habil. Hans-Georg Kirschbaum
Dipl.-Ing. Maik Orth

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