Sauerstoffanreicherung bei Sedimentumlagerungen

Eine neuartige Methode der Sauerstoffanreicherung soll helfen, auftretenden dramatischen Sauerstoffmangel bei Umlagerungen z. B. von Schlick zu kompensieren. Mit dem Verfahren sind Baggerarbeiten auch in sauerstoffkritischen Zonen und bei höheren Wassertemperaturen möglich.

Fische, die nach Luft schnappen, und diejenige, die den Überlebenskampf schon verloren haben, zeigen deutlich an, dass mit dem Wasser, in dem sie leben, etwas nicht stimmt. Obwohl sich die Qualität unserer Gewässer in den letzten Jahren verbessert hat, ist ein Problem bis heute geblieben: Sauerstoffmangel. Das Problem selbst ist dabei gar nicht so neu. Schwebstoffe lagern sich am Boden ab und bilden das Sediment. Es ist ein Gemisch aus mineralischen und organischen Stoffen. Das können verwesende tierische oder pflanzliche Bestandteile sein (Detritus) aber auch Ton, Sand und Geröll. Das ruhende Sediment bildet dabei stets zwei deutliche Schichtungen aus. Die obere Schicht, die direkten Kontakt zum Wasserkörper hat, wird dabei als aerob (sauerstoffhaltig) bezeichnet. In die untere Schicht kann so gut wie kein Sauerstoff vordringen. Sie wird anaerob genannt und kann, abhängig von der Korngröße des Sedimentes schon nach einem Zentimeter beginnen. Der Geruch nach faulen Eiern (Schwefelwasserstoff) ist typisch für diese Schicht. Er wird von Mikroorganismen hervorgerufen, die Schwefelverbindungen statt Sauerstoff zur Energiegewinnung nutzen. Diese isolierte Schicht ist in hohem Maße chemisch reduziert und würde, wenn sie aufgewirbelt mit Sauerstoff in Kontakt kommt, sofort mit diesem reagieren und ihn so dem Wasser in hohem Maße entziehen – Sauerstoff, der nicht nur den Fischen nun zum Atmen fehlt. Die natürlichste Ursache für die Verwirbelung der Sedimente sind Stürme und starke Strömungen. Aber selbst das Schraubenwasser großer Schiffe kann die Schichtungen durchspülen – und natürlich Baggerarbeiten.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11/2004 (November 2005)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Egon Prexl

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