Die Durchströmung von Hochwasserschutzdeichen mit künstlichen Innendichtungen

Künstliche Innendichtungen werden in letzter Zeit verstärkt bei Deichertüchtigungsmaßnahmen eingesetzt. Hierbei gilt es bei der Bemessung zu bewerten, inwiefern die Dichtung als wirksam angenommen werden kann oder ein Funktionsverlust berücksichtigt werden muss. Im Folgenden wird besonders die stationäre Durchströmung von Deichen mit künstlichen Innendichtungen mit und ohne Fehlstellen betrachtet. Ferner sind geohydraulische Parameter typischer Deichböden und von gebundenen Innendichtungen angegeben. 2-D- und 3-D-Grundwassermodellierungen können hierbei bei der Risikobeurteilung helfen.

Die Anordnung von Innendichtungen im Deichbau im Zuge von Neubau-oder Deichertüchtigungsmaßnahmen bewirkt bei entsprechenden Verhältnissen einen kompletten Potenzialabbau in der Dichtung und eine signifikante Durchflussreduktion. Bereits kleine Fehlstellen können eine Erhöhung der Durchlässigkeit von Dichtungen um das Vielfache verursachen. Die Dichtwirkung kann hierbei derart beeinträchtigt sein, dass kein oder ein relativ kleiner Potenzialabbau auftritt. Dabei verursachen lokal begrenzte Fehlstellen, wie z. B. Röhren, eine lokal begrenzte Durchströmung des hinter der Dichtung liegenden, landseitigen Deichkörpers. 2-D-Durchströmungsberechnungen, deren Durchführung bei größeren, sich weit erstreckenden Fehlstellen gerechtfertigt werden kann, können die Durchströmungsverhältnisse infolge von lokal wirkenden Fehlstellen in Abhängigkeit von den Randbedingungen im Einzelfall erheblich überschätzen. Hier kann die 3-D-Modellierung einen Beitrag zur realitätsnäheren Risikobeurteilung bieten. Aufgrund der Unkenntnis von möglichen Fehlstellengrößen und aufgrund der Sensitivität der maßgebenden Parameter kann die in der Praxis übliche Herangehensweise, einfach zu ermittelnde stationäre Verhältnisse unter der Annahme der Unwirksamkeit der Dichtung in Lastfall 3 anzunehmen, jedoch für gutgeheißen werden, da dies i. d. R. nicht zu erheblich teureren Konstruktionen führt. Bei einfachen, günstigen Untergrundverhältnissen und der Anordnung von ausreichend dimensionierten Dichtungen kann hingegen nach Meinung des Autors auf den Lastfall „Ausfall der Dichtung" verzichtet werden, wenn Planung, Ausführung und Bauüberwachung dies rechtfertigen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 12 / 2008 (Januar 2009)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. Ronald Haselsteiner

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