Die Zukunft der Getrenntsammlung von Bioabfällen

Die Rückführung von Stoffen in Produktionskreisläufe ist im Sinne der Ressourcenschonung nachhaltig und sinnvoll.

Die deutsche Landwirtschaft hält eine verantwortungsvoll durchgeführte Kreislaufwirtschaft mit organischen Siedlungsabfällen wie Klärschlämmen und Komposten für nützlich und sinnvoll. Die ureigene Form der Kreislaufwirtschaft bleibt aber die Verwendung von Wirtschaftsdüngern wie Gülle und Mist im eigenen Betrieb. Dies hat Vorrang in einer nachhaltigen Landwirtschaft. Der Deutsche Bauernverband hat zur Sicherung eines nachhaltigen Bodenschutzes stets strenge Qualitätsanforderungen und lückenlose Kontrolle aller Klärschlämme und Bioabfälle eingefordert. Die Landwirtschaft stellt sich der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, im Sinne der Ressourcenschonung organische Siedlungsabfälle zu verwerten.

Dies gilt jedoch nur, solange die Landwirtschaft die volle Unterstützung und Akzeptanz von Politik und Gesellschaft hierfür hat. Die Landwirtschaft kann diese Aufgabe nur solange übernehmen, wie die Gesellschaft auch bereit ist, das Restrisiko mitzutragen und zu akzeptieren. Ansonsten ist der Landwirt im Krisenfall einmal mehr derjenige, der aus angeblicher Profitgier den vorsorgenden Boden– und Verbraucherschutz vernachlässigt. Im Zuge von BSE wurde auch die landbauliche Verwertung von organischen Siedlungsabfällen kritisch hinterfragt. Ein wissenschaftliches Symposium der Bundesregierung im Herbst 2001 hat jedoch keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse hinsichtlich der weiteren Verantwortbarkeit der landbaulichen Verwertung organischer Siedlungsabfälle erbracht.

Nachdem die Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft das Grenzwertekonzept „Gute Qualität und sichere Erträge – wie sichern wir die nachhaltige Nutzbarkeit unserer landwirtschaftlichen Böden!“ mit dem Prinzip „Gleiches zu Gleichem“ vorgelegt haben, findet seitdem in Fachkreisen eine kritische Diskussion statt. Im Zuge dessen wurden auch von der VDLUFA sowie den Ländern Nordrhein-Westfalen und Schleswig- Holstein eigene Konzepte vorgestellt.



Copyright: © ANS e.V. HAWK
Quelle: 64. Informationsgespräch (April 2004)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Gerd Hockenberger

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