Wege in eine Instandhaltungsstrategie für Verteilerleitungen

Die Entwicklungen in der europäischen Versorgungswirtschaft der letzten
Jahre – mit der Liberalisierung der Märkte, der Forderung nach Wettbewerb, der Entflechtung der Versorgungsunternehmen, den Vorgaben nach Senkung der Kosten für den Netzbetrieb, der Anreizregulierung usw. – führen seit einiger Zeit zu ausgeprägten Kostensenkungsprogrammen und damit zu einer Reduktion der Investitionen und Re-Investitionen in die Verteilernetze. Durch die Entflechtung der Versorgungsunternehmen und die Eigenverantwortung des Netzbetriebes gewinnt die Instandhaltung im Hinblick auf den Zustands- und Werterhalt der Verteilernetze zunehmend an Bedeutung, wobei jedoch als wesentlichstes Kriterium die technische Sicherheit und Zuverlässigkeit der Rohrleitungen und Anlagen anzuführen ist.

Aufgrund der rechtlichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Verteilernetzen sind die Netzbetreiber verpflichtet, die Netze instandzusetzen und damit Re-Investitionen in die Verteilerleitungen zu tätigen. Diesbezüglich sind jedoch in den Regeln der Technik keine Anhaltswerte z. B. für eine zulässige Schadensrate oder eine erforderliche Erneuerungsrate zu finden. Im vorliegenden Beitrag wurde beispielhaft für ein bestimmtes globales Verteilernetz mit Hilfe eines neuen Prognosemodells die zukünftige Entwicklung der Schäden aufgrund der Bestandsdynamik sowie der Schadensdynamik der letzte Jahrzehnte bzw. die Entwicklung des zukünftig zu erwartenden Zustandes aufgezeigt. Erfolgt in Zukunft nur die Reparatur von Schäden in dem Verteilernetz ohne planmäßige vorbeugende Instandsetzung, so steigt die Schadensrate aufgrund der Prognose in den nächsten Jahren stark an. Dies führt vorhersehbar zu einer Verschlechterung des Zustandes der Leitungsabschnitte und damit zu einem Anstieg der Schäden an den Verteilerleitungen im Netz. Diesbezüglich ist die Frage zu stellen, ob sich die Netzbetreiber im Hinblick auf den geforderten nachhaltig sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb einen Anstieg der Schäden grundsätzlich leisten
können, wobei sich daraus auch ein Wertverlust der Verteilernetze ableiten lässt. Eine entsprechende Verbesserung der Schadensrate und damit des Zustandes der Leitungsabschnitte kann nur durch vermehrte planmäßige, vorbeugende Instandsetzung von Leitungsabschnitten bzw. durch Re-Investitionen in die Verteilernetze erreicht werden.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2008 (Oktober 2008)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 4,00 Kostenlos für Premium Mitglieder
Autor: Dipl.-Ing. Dr. techn. Gerhard Kiesselbach

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