LNG – Sicherung der künftigen Gasversorgung Europas?

Der Zugang zu Gas wird auch künftig schwierig bleiben. Allerdings ergeben sich durch LNG auch Chancen für jene Marktteilnehmer, die bisher keinen Zugang zu den klassischen Lieferanten von Pipelinegas hatten. Die potenziellen Engpässe setzen allerdings die europäischen Energieversorgungsunternehmen unter Zugzwang: Nur jene Unternehmen werden den Wettlauf um Gas gewinnen, die sich so bald wie möglich Zugang zu den Produzenten von Pipelinegas und LNG sichern und dafür auch spezifische und für die Produzenten attraktive Herangehensweisen entwickeln.

Die Bedeutung von Gas als Primärenergieträger wächst: Bis 2020 wird der Gasverbrauch in Europa um ein Viertel steigen, während die Eigenförderung stark zurückgeht. Die Folge ist ein Anstieg des Importbedarfes um mehr als 80 Prozent, wobei sich der mengenmäßige Anteil von LNG an der Gasversorgung Europas mehr als verdreifachen wird. Bei der Realisierung dieser Infrastrukturprojekte, d. h. bei dem Bau der Pipelines in und nach Europa sowie bei den LNG-Terminals in Europa werden keine Engpässe erwartet. Ganz anders sieht die Situation jedoch auf der Produzentenseite aus. Dort können Lieferengpässe sowohl in Russland als auch bei den LNG-Produzenten entstehen. So kann Russland auch im positiven Fall einer weiteren Steigerung der Förderkapazitäten selbst mittel- bis langfristig den prognostizierten Bedarf mit eigenem Pipelinegas kaum decken. Der Grund hierfür liegt in dem stetig steigenden Verbrauch von Gas in Europa, China, Indien und nicht zuletzt in Russland selbst. Auch der LNG-Bedarf im Atlantic Basin ist nicht ausreichend gesichert. In den USA und Europa kann es zu einer Unterdeckung kommen, sofern nicht alle geplanten LNG-Liquefaction-Kapazitäten ausgebaut werden.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 11 - 2008 (Januar 2009)
Seiten: 4
Preis: € 4,00
Autor: Dr. Florian Haslauer
DI Kurt Oswald

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