Legionellensanierung in der Praxis: erst analysieren, dann investieren und sanieren

Jeder Legionellenfall ist ein Einzelfall, der individuell zu lösen ist. Kochrezepte nach dem Motto „man nehme“ gibt es leider nicht. Stets muss die Situation vor Ort im Gebäude analysiert werden, um die Fehler zu erkennen, die zu dem Problem geführt haben. Denn eines ist klar: Es sind immer Fehler, im Verhalten der Betreiber/Nutzer oder in der Installationstechnik, die zu einem nicht akzeptablen Legionellenwachstum führen.

Beim beschriebenen Schulkomplex in Frankfurt waren die Reinigung der Rohrleitungen mit dem Impuls-Spül-Verfahren, die sukzessive Änderung der technischen Installationen in Richtung bessere Zirkulation und Vermeidung von Stagnationen zusammen mit dem zeitlich befristeten Einsatz von Chlordioxid die geeignete Maßnahmenkombination, um den Schulbetrieb aufrechterhalten zu können (Abb. 7). Hätte man auch nur auf eine dieser Maßnahmen verzichtet, wäre das Ergebnis mit Sicherheit nicht erfolgreich gewesen, waren sich die Beteiligten des Round-table-Gesprächs einig. Nur eine valide Schadensanalyse und ein darauf abgestimmter Maßnahmenkatalog brächten einen nachhaltigen, langfristigen Sanierungserfolg. Genauso wichtig sei es, dass – auf der Basis der Schadensanalyse – die Betriebsorganisation und das Anlagenmanagement darauf abgestellt werde. Wer sich auf einem einmaligen Erfolg ausruhe, habe schon verloren: „Legionellenmanagement ist eine Sache für Dickbrettbohrer“, ermahnt Wolfgang Hentschel abschließend.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2008 (Dezember 2008)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 4,00 Kostenlos für Premium Mitglieder
Autor: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann

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