Wie kann der Schutz des Trinkwassers vor Pflanzenschutzmitteleinträgen verbessert werden?

Die Belastung der Rohwasserressourcen mit Pflanzenschutzmitteln (PSM) ist besorgniserregend. Der Vorsorgegrenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter wird an vielen Messstellen überschritten. Teure Aufbereitung oder die Schließung von Wassergewinnungsanlagen sind die Folge. Es wird aufgezeigt, welche Modifikationen des PSM-Zulassungsverfahrens, des Nachzulassungsmonitorings, der Trinkwasserverordnung für den Schutz unserer wichtigsten Lebensgrundlagen als notwendig erachtet werden.

Die Problemlage beim Schutz der Trinkwasserressourcen durch Funde von organischen Spurenstoffen und insbesondere von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und deren Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukten wird sich in den kommenden Jahren auch bedingt durch die Fortschritte in der analytischen Wasserchemie weiter verschärfen. Der vorsorgende Verbraucherschutz erfordert hier wirksame, umfassende, aber auch abgestufte  Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen. Basierend auf der Philosophie des Multibarrierenprinzips und des vorsorgenden Gewässerschutzes werden für notwendig erachtete Modifikationen des Zulassungsverfahrens (Welche Stoffe dürfen in welchen Konzentrationen in die Umwelt bzw. in Einzugsgebiete von Trinkwassergewinnungsanlagen?), des Nachzulassungsmonitorings (Durch welche Maßnahmen ist gewährleistet, dass auffällige Befunde erfasst und unverzüglich zu den notwendigen Konsequenzen führen?) und der Trinkwasserverordnung (Wie kann aus der Trinkwasserverordnung heraus sichergestellt werden, dass notwendige Sanierungsmaßnahmen auch tatsächlich ergriffen werden müssen?) vorgestellt.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 3 - 2008 (März 2008)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 4,00 Kostenlos für Premium Mitglieder
Autor: Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh

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