Die Verbrauchsdatenerfassung – ein Paradigmenwechsel steht bevor

Die Deregulierung des Energiemarktes, globale europäische Umweltziele sowie Ressourcenengpässe haben direkt oder indirekt erheblichen Einfluss auf die Verbrauchsdatenerfassung und die Tarifierung von Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Um die so entstandenen neuen Anforderungen an das Zähl- und Messwesen erfüllen zu können, werden von Fachgremien Herstellern verschiedene Infrastrukturkonzepte zur Verbrauchsdatenerfassung und Verbrauchssteuerung vorgeschlagen bzw. angeboten.

Die Frage nach einer optimalen Infrastruktur für die Zählerfernauslesung lässt sich nur dann beantworten, wenn der Anbieter der Messdienstleistungen bekannt ist. Konkret lassen sich heute drei Gruppen von Unternehmen identifizieren, die aufgrund ihrer Infrastruktur hohes Potenzial haben:
- Betreiber von Gas- Wasser- und Fernwärmenetzen: Sie verfügen bereits über eine vollständige Logistik für das Zählerhandling und in entsprechendes Verrechnungssystem, benötigen aber einen Partner für die Fernkommunikation zwischen jedem Haushalt und der Zentrale.
- Betreiber von Verteilnetzen für elektrische Energie: Sie verfügen ebenfalls über eine Logistik für das Zählerhandling und ein Kundenverrechnungssystem, haben aber zusätzlich noch den Vorteil, ihr Stromnetz für die Kommunikation in die Haushalte mittels PLC/DLC Technologie nutzen zu können. Für diese Betreibergruppe ergeben sich meist Synergieeffekte, weil sie mittelfristig gezwungen sind, zur Optimierung des Netzbetriebs ihr Automatisierungssystem bis in die meisten Trafostationen zu ziehen und diese damit kommunikationstechnisch zu erschließen. Sie benötigen dann nur noch einen entsprechenden Zähler in den Haushalten und damit ist auch die Verbrauchsdatenerfassung automatisiert. Auf diese Weise lassen sich meist auch die vielfach noch bestehenden Rundsteueranlagen ersetzen.
- Betreiber von Mobilfunknetzen/Telekomanbieter: Sie benötigen zusätzlich nur eine Logistik für das Zählerhandling und kostenoptimierte Geräte, die an ihre Kommunikationsinfrastruktur ankoppeln können.
Daher steht zu erwarten, dass es in Zukunft für die Infrastruktur dieser Betreibergruppen kostenoptimierte Geräte geben wird, die als Kommunikationsgateways in die Haushalte dienen werden. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass es zwischen den Betreibergruppen nicht nur Partnerschaften, sondern auch Wettbewerb geben wird. Daher sind Lösungskonzepte für eine Zählerfernausleseinfrastruktur nicht nur auf ihre Wirtschaftlichkeit, sondern auch auf ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zu prüfen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 2 - 2008 (Februar 2008)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 4,00 Kostenlos für Premium Mitglieder
Autor: Dipl.-Ing. Alexander Schenk

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