
Der Hochwasserschutz am Rhein erfordert eine enge Zusammenarbeit der betroffenen Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie der Niederlande. Dies geschieht im Rahmen des Interreg IIIb Projektes "SDF Sustainable Development of Floodplains", dessen transnationale Arbeitsplattform den Informations- und Erfahrungsaustausch von Ingenieuren und Wissenschaftlern bei großen Projekten in Bezug auf Ingenieurtechnik, Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht.
Der Mensch hat mit dem Oberheinausbau in den letzten beiden Jahrhunderten das Regime des Flusses stark verändert und die Flusslandschaft seinem Nutzen unterworfen. Große Flächen wurden durch den Deichbau und die Begradigungen für die Landwirtschaft, Industrie, Besiedlung und Verkehr gewonnen, das Schutzbedürfnis der Anlieger und das Schadenspotenzial entlang des Stromes ist im selben Maße stetig gewachsen. Durch den Bau der Staustufen und Kraftwerke am Oberrhein zwischen Basel und Iffezheim seit 1928, insbesondere in den Jahren 1955 bis 1977, wurde ein Verlust von 130 km2 verursacht, dies entspricht 60 % der Überschwemmungsgebiete in diesem Raum. Hierdurch wurde der Abfluss der Hochwasserwellen beispielsweise am Pegel Worms bis zu 36 Stunden beschleunigt und die Wellenspitze eines 200-jährlichen Hochwassers am Pegel Worms um ca. 800 m3/s bzw. 60 cm erhöht. Ein nach dem Maßstab des Jahres 1955 200-jährliches Hochwasser wurde mit dem Ende des Oberrheinausbaus (1977) unterhalb der letzten Staustufe (Iffezheim) auf der freien Strecke bereits alle 60 Jahre erreicht, während sich die Hochwassersicherheit auf der gestauten Strecke zwigerweideschen Basel und Iffezheim sich auf ein 1000-jährliches Hochwasser verfünffacht hat.
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| Quelle: | Wasser und Abfall (11/2006) (November 2006) | |
| Seiten: | 4 | |
| Autor: | Dipl.-Ing. Heinrich Webler Dr.-Ing. Thomas Bettmann | |
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