Hochwasserschutzkonzeption der Mulde in Sachsen-Anhalt

Aufbauend auf den Erfahrungen des Jahrhunderthochwassers 2002 an der Mulde wurde als Grundlage für einen nachhaltigen Schutz vor Hochwasser eine Hochwasserschutzkonzeption mit einem entsprechenden Maßnahmenbündel erarbeitet, deren wesentlicher Bestandteil wasserwirtschaftliche Lösungen und deren Beurteilung in Hinblick auf eine Senkung der Wasserspiegellage.

Die Zwickauer und Freiberger Mulde, die beiden Quellflüsse der Mulde, entspringen im Erzgebirge und vereinigen sich nahe Sermuth (Sachsen) oberhalb von Grimma im Übergang zum westsächsischen Hügelland. Ab hier wird der Fluss als Vereinigte Mulde, auch kurz als "Mulde", bezeichnet. Sie tritt südöstlich von Bitterfeld in das Bundesland Sachsen-Anhalt ein und mündet nach ca. 60 km bei Dessau in die Elbe. Seit vielen Jahrhunderten sind die Flussauen der Mulde besiedelt und unterliegen vielfältigen Nutzungen. Zum Schutz der Städte und Ortschaften sowie zur ganzjährigen Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen wurden entlang des Flusses sukzessiv Hochwasserschutzanlagen errichtet und ständig weiter ausgebaut. Durch den fortschreitenden Deichbau reduzierte sich das natürliche Überschwemmungsgebiet des Flusses immer weiter.
Auf Grund der hydrologisch-hydraulischen Verhältnisse, des großen Sohlgefälles im Oberlauf (Sachsen) sowie der Besiedlungsstruktur der Flussauen ist die Mulde einer der Flüsse Sachsen-Anhalts mit der größten Hochwassergefährdung. Diese Tatsache zeigte sich neben den Hochwasserereignissen 1954 und 1974 besonders im"Jahrhunderthochwasser" im August 2002. Als Grundlage für den Hochwasserschutz an der Mulde in Sachsen-Anhalt wurde aufbauend auf den Erfahrungen aus dem August hochwasser 2002 durch den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) Sachsen-Anhalt die Erarbeitung einer Hochwasserschutzkonzeption in enger Absprache mit der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen veranlasst [3]. Ziel war insbesondere die Verbesserung des Hochwasserschutzes für die vom Augusthochwasser betroffenen Siedlungs-, Landwirtschafts- und Gewerbegebiete.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall (04/2006) (April 2006)
Seiten: 7
Autor: Dr.-Ing. Michael Schulze
Dipl.-Ing. Christoph Güttel

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