Monitoring der Oberflächengewässer nach EG-Wasserrahmenrichtlinie

Bis zum 22.12.2006 hatten die EU-Mitgliedsstaaten Monitoringnetze aufzustellen, die den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie an die Gewässerüberwachung entsprechen. Die deutschlandweit vereinbarten Untersuchungs- und Bewertungsverfahren und die Messnetzkonzeptionen stehen weitgehend fest. Bestandsaufnahme und erste Monitoringergebnisse enthalten noch Unsicherheiten. Anpassungsbedarf kann sich aus dem auf europäischer Ebene laufenden Interkalibrierungsprozess ergeben.

In Deutschland wird bereits seit vielen Jahrzehnten eine intensive Gewässerüberwachung durchgeführt. Trotzdem bedeutete und bedeutet die Verpflichtung zum Aufstellen der Monitoringnetze nach den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie eine große Herausforderung für die Monitoringexperten, für Wissenschaftler wie für die Praktiker vor Ort. Sowohl die klassischen Untersuchungsverfahren für das Makrozoobenthos (Saprobie) als auch für die chemischen Komponenten mussten zum Teil angepasst werden. Außerdem werden Untersuchungen der Fischfauna, der Gewässerflora und des Phytoplanktons gefordert, die bisher nicht zum Standardspektrum der ökologischen Gewässerüberwachung gehörten. Schon die Bestimmung der Arten selbst stellt, zumindest bezogen auf die Gewässerflora, für die meisten Limnologen Neuland dar. Dies gilt umso mehr für die Bewertung der Befunde unter gewässerökologischen Aspekten. Die Entwicklung der Untersuchungs- und Bewertungsverfahren ist weitgehend abgeschlossen, wenngleich noch erheblicher Bedarf zur Praxisanpassung gesehen wird. Dies gilt in Deutschland wie in anderen EU-Staaten und manifestiert sich in dem recht schleppend verlaufenden Interkalibrierungsprozess auf europäischer Ebene. Der Aufwand für die Untersuchungen ist enorm gestiegen, auf der anderen Seite ist die Aussagekraft der Unter suchungen höher. Letztendlich muss es mit – gegenüber den bisherigen Gewässerüberwachungssystemen – ausgedünnten Messnetzen gelingen, bis zur Veröffentlichung des Bewirtschaftungsplans Ende 2008 belastbare, in Europa vergleichbare Aussagen zum ökologischen und chemischen Zustand zu erhalten. Dies gilt zumindest für die gegenüber der EU berichtspflichtigen Gewässer (Gewässer mit einem Einzugsgebiet > 10 km2 bzw. Seen mit einer Fläche > 50 ha).



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall (01-02/2007) (Januar 2007)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Ulrike Frotscher-Hoof

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