Aufkommen und Entsorgung von Abfällen hessischer Kläranlagen

In Hessen werden zurzeit 739 kommunale Kläranlagen betrieben. Hier wird das häusliche Abwasser von rund 99 % der hessischen Bevölkerung mechanisch-biologisch behandelt. Im Zuge dieser Behandlung fallen insbesondere Klärschlämme, sowie Rechengut und Sandfanginhalte an, die einer geordneten und schadlosen Entsorgung zuzuführen sind.

Die Betreiber kommunaler Kläranlagen sind nach § 46 des Hessischen Wassergesetzes (HWG) und in Verbindung mit den näheren Regelungen in der Abwassereigenkontrollverordnung (EKVO) verpflichtet, eine regelmäßige Überwachung hinsichtlich des ordnungsgemäßen Betriebes und der Einhaltung der Anforderungen eigenverantwortlich sicherzustellen. Die Ergebnisse sind in einem Eigenkontrollbericht zusammengefasst, jährlich der zuständigen Wasserbehörde vorzulegen. Der Eigenkontrollbericht umfasst Angaben über das eingeleitete Abwasser, die eingesetzten Zusatz und Hilfsmittel, den Energieverbrauch sowie Anfall und Verbleib der Abfälle. In Hessen werden seit Bestehen der hessischen EKVO die Eigenkontrolldaten und die Daten der staatlichen Überwachung mit dem Fachinformationsprogramm "HAA – Hessische Abwasseranlagen" erfasst. Diese sind Grundlage für die Beschreibung des derzeitigen Standes der kommunalen Abwasserbeseitigung in Hessen [1]. Die Erstellung des Lageberichtes erfolgt beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG). Das HLUG wertet außerdem die Angaben der Klärwerksbetreiber zu den Abfallmengen aus Kläranlagen aus, die dann u. a. in den Lagebericht und in die Abfallmengenbilanz des Landes Hessen einfließen. Die Qualität der anfangs gelieferten Daten erforderte eine zusätzliche Ergänzung durch Berechnungen. Dies gilt für die Jahre bis 2001. Schrittweise erfolgte eine Verbesserung der Datenqualität und ­quantität, sodass seit 2003 die Daten flächendeckend elektronisch erfasst sind. Da für das Jahr 2002 keine belastbaren Daten vorliegen, wurden diese nicht mit in die Auswertung einbezogen. Vor diesem Hintergrund ist ein direkter Vergleich der heutigen Abfallmengen mit früheren Daten nur bedingt möglich. Tendenzen können aber aufgezeigt werden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall (11/2007) (November 2007)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.Ing. Ursula Schwenzer

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