Die Bioabfallerfassung und -verwertung ist ein wesentlicher Treiber für die gegenwärtig Kreislaufwirtschaft. Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten schon viel erreicht wurde, gibt es noch erhebliche Potenziale bei Bioabfällen (Biogut und Grüngut), die es zu heben gilt. Gerade vor dem Hintergrund eines hohen und weiter steigenden Kompostbedarfs ist die deutliche Steigerung der Erfassungsleistungen, sowohl im Bereich Biogut als auch Grüngut, zwingend erforderlich.
Auf politischer Ebene wurden in den vergangenen Jahren Zielvorgaben aufgestellt, die einerseits darauf abzielen organische Abfälle im Hausmüll zu reduzieren und andererseits Lebensmittelabfälle im Allgemeinen zu vermeiden. Um die Ziele zu erreichen, muss die getrennte Erfassung von Biogut, aber auch von Grüngut ausgeweitet werden, wenn gleichzeitig die steigende Nachfrage an hochwertigen Komposten bedient werden soll. In einer Potenzialbetrachtung wurden in verschiedenen Szenarien abfallwirtschaftliche Parameter so variiert, dass den politischen Zielvorgaben entsprochen wird. Im ambitioniertesten Szenario steigen die Mengen an getrennt erfasstem Biogut und Grüngut von derzeit 10,5 auf 20,4 Mio. Mg/a, sodass daraus insgesamt rund 9,2 Mio. Mg Kompost erzeugt werden könnten.
| Copyright: | © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH | |
| Quelle: | Biomasse-Forum 2023 (November 2023) | |
| Seiten: | 14 | |
| Autor: | Dr.-Ing. Michael Kern Dr. Felix Richter | |
| Die Bibliothek und die Kaufoptionen sind umgezogen zu https://library.wasteculture.com Bereits erworbene Artikel können weiterhin über myASK abgerufen werden. | ||
Grünguterfassung und Verwertung von holzigem Grüngut im Heizwerk des Landkreises Nordhausen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Im Landkreis Nordhausen wurde ein innovatives Konzept zur energetischen Verwertung von holzigen Grüngutanteilen etabliert. Im April 2021 wurde ein Biomasseheizwerk errichtet, das den holzigen Teil des Grünguts als Brennstoff nutzt, um Wärme für verschiedene kommunale Gebäude zu erzeugen.
Dokumentation von Bioabfallchargen und Konsequenzen für den praktischen Betrieb
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Die Novelle der Bioabfallverordnung (BioAbfV) von 2022 verpflichtet biologische Verwertungsanlagen, angelieferte Bioabfälle bereits vor der Behandlung auf Fremdstoffe zu kontrollieren und strengere Grenzwerte bezüglich des Kunststoffgehalts in die erste biologische Behandlungsstufe einzuhalten. Die BEM hat daraufhin zwei Verfahren zur Sichtkontrolle eingeführt: eine manuelle Fotodokumentation und ein KI-basiertes System mit Kameras, das den Flächenanteil von Fremdstoffen automatisch analysiert.
Grüngut – Multitalent mit sehr hohen ungenutzten Potenzialen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Die getrennte Erfassung von Grüngut ist ein zentraler Baustein der deutschen Kreislaufwirtschaft und seit 2015 für alle öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) rechtlich verpflichtend.
Optimierung der Bioabfallsammlung in Großwohnanlagen/ Blockbebauung in Berlin
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Obwohl die Bioabfallsammlung in Berlin bereits seit 1996 in den Innenstadtbezirken etabliert ist, stagnieren Quantität und Qualität der erfassten Organik. Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe und die Senatsumweltverwaltung unternehmen daher seit 2019 verstärkte Anstrengungen, um die Sammlung zu optimieren.
Europäische Rechtsvorgaben und Auswirkungen auf die Bioabfallwirtschaft in Deutschland
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Bioabfälle machen 34 % der Siedlungsabfälle aus und bilden damit die größte Abfallfraktion im Siedlungsabfall in der EU. Rund 40 Millionen Tonnen Bioabfälle werden jährlich in der EU getrennt gesammelt und in ca. 4.500 Kompostierungs- und Vergärungsanlagen behandelt.
