Remobilisierung von Schwermetallen aus abwasserbelasteten Böden

Während deutschlandweit ca. 74% (Bayern 93%) des Trinkwasserbedarfs aus den Grundwasservorkommen abgedeckt werden können, müssen 26% des Trinkwassers aus Oberflächenwasser generiert werden. Die unterschiedlichen physiko-chemischen Eigenschaften und Inhaltsstoffe der Wässer erfordern i.A. eine Vorbehandlung der Wässer in den Wasserwerken.

Die quantitative Elimination der im Grundwasser gelösten ökotoxikologisch relevanten Schwermetalle stellt sich bei der Trinkwasseraufbereitung als schwerwiegendes Problem dar, da die konventionellen Aufbereitungsverfahren wie Sedimentation, Sandfiltration, Aktivkohlefiltration, Bodenpassage und Verdüsung nur wenig geeignet sind. Derzeit gibt es nur sehr wenige grosstechnische Verfahren, die Schwermetalle auf toxikologisch unbedenkliche Restkonzentrationen entfernen können (HÄSSELBARTH, 1972, zit. in ALLOWAY & AYRES, 1996). Verantwortlich für eine negative Beeinträchtigung der Grundwasserqualität ist zunächst der Eintrag von Schadstoffen in den Boden – insbesondere von solchen Stoffen, die sich der mikrobiellen Detoxifizierung im Verlauf der Bodenpassage entziehen. Neben den als biologisch extrem schwer abbaubar und hoch toxisch geltenden Substanzen, wie sie z.B. die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe darstellen (STIEBER, 1995), standen die Schwermetalle, wie z.B. Cadmium, schon länger im Fokus ökotoxikologischer Betrachtungen. Während die aromatischen Verbindungen immerhin teilweise unter bestimmten Voraussetzungen, zwar langsam, aber dennoch mikrobiologisch metabolisiert und sogar teilweise vollständig abbaubar sind, erweisen sich Schwermetalle wie z.B. Cadmium, Chrom, Kupfer, Blei und Zink als absolut persistent. Sie haben lipophile Eigenschaften und reichern sich organischen Substanzen stark an, wo sie direkt oder - durch Remobilisierungs-vorgänge - indirekt den pflanzlichen und tierischen Zellstoffwechsel hemmen oder gar schädigen. Über die Nahrungskette gelangen sie letztlich in den menschlichen Organismus und können dort akute bzw. chronische Schäden hervorrufen.




Copyright: © TU München - Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft
Quelle:
Seiten: 206
Preis inkl. MwSt.: € 40,00
Autor: Dr. rer. nat. Ludwig Davids

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