Giftmüll aus dem Computer - Schmutzige Geschäfte mit Elektronikschrott in Indien

Industrienationen exportieren jedes Jahr Unmengen alter Elektronikgeräte in Länder mit lückenhafter Gesetzgebung. So landen ausgediente Computer in Indien, einem der größten Verwertungsplätze illegal exportierter Elektroaltgeräte. PC, Monitore und Drucker werden unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgeschlachtet - eine hochgiftige Angelegenheit für Mensch und Umwelt.

29.10.2005 New Delhi Ost, ein verschlossenes dreistöckiges Eckhaus mit zugenagelten Fenstern im Moslemviertel von Selampur. Direkt daneben stapeln sich ausgeschlachtete Computertastaturen zweieinhalb Meter hoch. Noch ein Stück weiter hat man mehrere Hundert leere Monitorgehäuse zu langen Reihen ineinander geschoben. Ein Mann kommt angeradelt, steigt vor dem Haus von seinem dreirädrigen Lastenfahrrad, lädt Dutzende der Gehäuse auf die hölzerne Ladefläche. Auf die Frage, wohin er die Ladung bringe, antwortet er abweisend: "Woanders." Kurz bevor er um die nächste Straßenecke biegt, dreht er sich um. Als wollte er sicher stellen, dass ihm niemand folgt.
Für Abfallmanagement-Experten vor Ort, wie Peter Henschel von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und Amit Jain, Direktor der auf Energie, Umwelt und natürliche Ressourcen spezialisierten International Resources Group, verhält der Mann sich typisch. Denn das Netz von Leuten, die Computerschrott illegal nach Indien exportieren, ihn aufkaufen, verteilen und weiterverwerten, "weist mafiose Strukturen auf"...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), International Resources Group, Indisches Informationszentrum Toxics Link, Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA), Zentrum für Wissenschaft und Umwelt, Silicon Valley Toxics Coalition
Autorenhinweis: Frank Hartmann



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Oktober 2005 (Oktober 2005)
Seiten: 3
Autor: Frank Hartmann

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