Recycling von naturfaserverstärkten Thermoplasten

Kunststoffe sind mittlerweile aus ihren Anwendungsbereichen nicht mehr wegzudenken, seien es Anwendungen des täglichen Lebens bis hin zum Raumfahrtsektor. Allerdings muss die Kunststoffwahl an die Applikation angepasst sein, da der molekulare Aufbau den Anwendungsbereich und die maximale Einsatztemperatur bestimmt.

Allgemein können Kunststoffe aufgrund ihrer chemischen Struktur in drei Gruppen unterteilt werden – Elastomere, Thermoplaste und Duromere. Während sowohl die Elastomere als auch die Duromere vernetzte Systeme darstellen und somit ausschließlich urgeformt werden können, liegen die Polymere in den Thermoplasten als Kettenmoleküle vor, die zwar untereinander verschlauft oder nebeneinander vorliegen, aber keine chemische Verbindung untereinander aufweisen. Die auftretenden Wechselwirkungen sind energetisch derart niedrig, dass sie beispielsweise durch Zufuhr thermischer Energie überwunden werden können und es zu einem Abgleiten der Ketten kommt. Dadurch liegt eine Wärmeverformbarkeit vor und das Kunststoffsystem kann mehrmals umgeformt werden.

Auch beeinflussen der molekulare Aufbau der Kunststoffe und die resultierenden Wechselwirkungen neben den thermischen auch deren mechanische Eigenschaften. Im direkten Vergleich von Duromeren mit Thermoplasten wird sofort nachvollziehbar, dass die Einwirkung einer konstanten Kraft auf ein Produkt im Fall der Thermoplaste mit den niedrigen Wechselwirkungen der Ketten untereinander zu einem molekularen Abgleiten der Ketten führt und damit keine Formstabilität gegeben ist. Im Fall der eng vernetzten Duromere tritt dieser Effekt nicht in diesem Umfang auf. Ein entsprechendes molekulares Verhalten kann auch auf weitere Eigenschaften wie Festigkeit oder Steifigkeit übertragen werden.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Recycling und Rohstoffe 8 (2015) (Juni 2015)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr. sc. nat. Leif Steuernagel
Professor Dr.-Ing. Dieter Meiners

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Collective research projects: Reviewing gaps in the recycling of multilayer flexible food packaging
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Recyclability and sustainability are conflicts in multilayer flexible food packaging, where material combinations (polymers, paper, aluminium) intend functionality. To increase the sustainability of multilayer flexible packaging through recyclable solutions, systemic and technical obstacles need to be considered. A holistic redesign approach, addressing food protection and the packaging’s end of life (collection, sorting, recycling) is essential to improve these already sustainable packaging solutions. To this, current collective research projects at the University of Applied Sciences, aim to closely link science and industry, promote research in the field of sustainable packaging and provide solutions to recycling goals of the European Union.

Packaging recycling in EU member states – requirements from the circular economy package
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
The EU has established concrete recycling targets for packaging waste for 2025 and 2030. Furthermore, the methodology for calculating the corresponding recycling rates has been amended. The new and stricter calculation methodology will potentially lead to decreases of the current rates. This will be particularly the case for plastic packaging, where denkstatt calculated a gap far above 10 % compared to smaller decreases (> 2 %) to be expected for glass or steel packaging.

Recyclingquoten für Kunststoffe - Ist eine Quotenerfüllung nach aktuellen gesetzlichen Vorgaben zur nachhaltigen Verwertung von Kunststoffen ausreichend?
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Seitens der Europäischen Union (EU) gibt es gesetzliche Vorschriften für Recyclingquoten, welche gefordert werden. Mit einem Fokus auf Kunststoffrecycling wird in diesem Paper analysiert, inwiefern die aktuellen gesetzlichen Vorgaben zu einer nachhaltigen Verwertung beitragen.

Recycling von Kunststoffen aus EAG bei gleichzeitiger Eliminierung von Schadstoffen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Kreative Recyclingtechnologien sind in der Lage, Kunststoffe mit Flammschutzmitteln von solchen ohne zu trennen und somit REACH- und RoHS-konforme Sekundärrohstoffe herzustellen, die in neuen elektronischen Anwendungen eingesetzt werden können. Die größte Gefahr für eine erfolgreiche Entwicklung dieser Recyclingbranche stellt der rechtliche Rahmen dar. In dem Moment, in dem dieses Papier geschrieben wird, wird im Rahmen der POP-Verordnung ein neuer Vorschlag formuliert, der das Potenzial hat, diese neue Industrie zu stoppen.

Recycling von Kunststoffen – Möglichkeiten und Grenzen
© Wasteconsult International (5/2017)
Kunststoffrecycling funktioniert. Die grundsätzlichen technischen Fragen sind gelöst, auch wenn neue Entwicklungen insbesondere auf dem Kunststoffverpackungsmarkt eine ständige Weiterentwicklung und Suche nach passenden technischen Lösungen erforderlich machen. Druck auf das Recycling macht, dass die Nachfrage nach Recyclingkunststoffen rasant wächst.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...