Kaskadennutzung im Automobil – Realität oder Zukunftsmusik?

Die im BMBF Förderprogamm Globaler Wandel bewilligte Nachwuchsforschergruppe Cascade Use unterstützt Anstrengungen gesellschaftlicher Akteure langfristig weniger Ressourcen zu verbrauchen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Die Mitglieder der Gruppe werden ein Schlüsselinstrument zur Entscheidungsfindung entwickeln und erproben.

Die interdisziplinäre Arbeit konzentriert sich auf die beiden Kernfragen, wie Materialien in Lebenszyklen eingebunden sind bzw. wann sie wieder verfügbar werden, um sie entweder wiederzuverwenden oder weiterzuverwerten. Das Ziel dabei ist, Ressourcen möglichst lange einer Nutzungsphase zuführen zu können, damit keine neuen Primärrohstoffe wie Stahl, Kupfer und insbesondere die kritischen Materialien wie beispielsweise Platingruppenmetalle eingesetzt werden müssen. Mit der Gewinnung der Primärrohstoffe sind teilweise erhebliche Umweltbelastungen verbunden, die verringert werden können, indem Sekundärrohstoffe durch eine Kaskadennutzung langfristig im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. Nachdem vorrangig Produkte weiterverwendet werden, werden sie anschließend durch Recycling weiterhin für andere Produkte als Sekundärrohstoff zur Verwendung stehen, ohne Primärrohstoffe zu verwenden. Eine Ressourcenschonung genießt bei diesem Ansatz oberste Priorität. Die Automobilbranche als Beispiel ist mit einem Umsatz von einem Fünftel der Deutschen Gesamtindustrie eine DER Größen in der deutschen Wirtschaft. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland steht direkt oder indirekt mit dem Automobil in Verbindung. Deutsche Automarken genießen seit Jahrzehnten einen exzellenten Ruf in der ganzen Welt. Auch auf dem Gebiet des Automobilrecyclings ist Deutschland recht innovativ und erfolgreich.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Recycling und Rohstoffe 8 (2015) (Juni 2015)
Seiten: 9
Preis: € 9,00
Autor: Dr.-Ing. Alexandra Pehlken
M.Sc. Matthias Kalverkamp

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