Die Psychologie des Recyclingverhaltens

Dieser Beitrag setzt sich mit dem Recyclingverhalten von Haushalten und dessen Determinanten auseinander.

Damit Rohstoffe, die sich in nicht mehr benötigten Produkten befinden, recycelt werden können, bedarf es eines funktionierenden Rohstoff-Kreislaufs. Die Gute eines solchen Kreislaufs lässt sich an der Quote des recycelten Materials bemessen und ist abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Dabei spielt neben den technischen Möglichkeiten, dem ökonomischen Nutzen und den gesetzlichen Regularien auch das Verhalten der Verbraucher eine entscheidende Rolle. Damit kommunale Verwaltungen und Entsorgungsunternehmen das Recyclingverhalten der Konsumenten optimieren können, ist es wichtig, Einsicht in die psychologischen Grundlagen dieses Verhaltens zu gewinnen. Da für das Konsumentenverhalten deren Sicht auf das Abfall- und Recyclingsystems relevant ist, werden wir genau diese Perspektive heranziehen und erläutern. Für den Konsumenten unterteilt sich das Abfall- und Recyclingsystem grob in die relativ leicht durchzuführende Trennung im Haushalt (Wertstoffe, Papier, Bio-, Restabfall), die schon etwas aufwendigere Entsorgung von Altglas, Altkleidern und Batterien in entsprechenden Containern oder Rücknahmestellen und die noch aufwendigere Entsorgung von Elektroaltgeräten, Sperrmüll und Gefahrenstoffen. Bereits an dieser verkürzten Aufzahlung wird deutlich, dass aus Konsumentensicht nicht unbedingt zwischen Abfallentsorgung und Recycling unterschieden wird. Denn was genau tatsächlich recycelt, verheizt, oder auf andere Art verwertet wird, entscheidet sich nicht einfach mit der Wahl der Abfalltonne. Der Konsument hat so von außen einen relativ einfachen Blick auf ein eigentlich komplexes Entsorgungssystem.



Copyright: © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Quelle: Recycling und Rohstoffe 8 (2015) (Juni 2015)
Seiten: 13
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr. Siegmar Otto
Laura Henn
Oliver Arnold
Dipl.-Psych. Alexandra Kibbe

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