Konzeption eines herstellerübergreifenden Netzwerks für Demontagefabriken

Die Hersteller und Vertreiber von Elektro(nik)geräten werden durch die Bestimmungen der Elektroaltgeräte-Verordnung (EAV) zu mehr Produktverantwortung für die von ihnen hergestellten bzw. vertriebenen Produkte gezwungen. Kooperationen der Hersteller untereinander sowie mit dem Handel, den Entsorgungsbetrieben und Logistik-Dienstleistern sind ein entscheidender Parameter bei der Betrachtung von Entsorgungskosten und der Konzeption geeigneter Standorte von Demontagefabriken für zurückgeführte Altgeräte.

Die Anzahl und räumliche Verteilung der Standorte werden vor allem durch die hohen Transportkosten bestimmt. Sie fallen sowohl beim Rücktransport von Altgeräten als auch bei der Distribution von Demontageerzeugnissen, d. h. demontierten Bauteilen und Komponenten sowie Wertstoffen, an. Unter der Voraussetzung von Kooperationen wird im Folgenden die Konzeption und die Standortplanung eines herstellerübergreifenden Netzwerkes von Demontagefabriken für Haushaltsgroßgeräte vorgestellt, die im Sonderforschungsbereich 281 Demontagefabriken an der Technischen Universität Berlin durchgeführt werden [2].



Weiterhin ist eine Ausweitung des zu betrachteten Gerätespektrums von großer Bedeutung. Werden die Anfallpotenziale aller Elektro(nik)geräte betrachtet (Bild 4), wird es zukünftig notwendig sein, nicht nur herstellerübergreifende, sondern auch produktübergreifende Entsorgungskonzepte zu entwickeln. Sowohl für die Rückführung und Behandlung von Altgeräten als auch für die Wiedereinsteuerung der Demontageerzeugnisse können durch sinnvolle Bildung von Produktgruppen erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden [2]. Dabei nehmen die Sammelstellen als Schnittstelle zwischen Endnutzern und den Demontagefabriken eine außerordentlich wichtige Stellung ein. Auf der einen Seite wird durch gleichzeitige Einsammlung verschiedener Altgeräte eine kundenfreundliche und kostengünstige Sammlung ermöglicht. Die Sammelstellen stellen auf der anderen Seite sicher, dass die Anforderungen der Demontagefabriken erfüllt werden. Sind die Demontagefabriken herstellerübergreifend, aber produktspezifisch konzipiert, muss in der Sammelstelle eine wichtige und kostspielige Sortierung nach verschiedenen Produkten erfolgen. Dieselbe Problematik existiert, falls die Demon-tagefabriken herstellerspezifisch gestaltet werden. Aus diesen Gründen soll das Ziel einer Konzeption von Demontagefabriken die Entwicklung eines hersteller- und produktübergreifenden Entsorgungsnetzwerks sein, sofern die technologischen Voraussetzungen und die Kooperationsbereitschaft seitens der Hersteller gegeben sind.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001)
Seiten: 10
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dipl.-Ing. Christian Schneiders
Dr.-Ing. Robert-Alojzije Ivisic

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