Vollautomatische Papiersortierung nach dem TRIE-INKING-Verfahren

In der Bundesrepublik fallen jährlich 15 Mio. t Altpapier an. Das Altpapier, das zu großen Teilen aus Zeitungen und Illustrierten besteht, ist als Sekundärrohstoff vor allem bei der Zeitungspapierherstellung ein unersetzlicher Rohstoff. Die Nachfrage nach dieser Sekundärfaser wächst ständig.

Um diesen Rohstoff wiederzuverwenden, wird ein großer Teil in einem Deinking- Verfahren aufbereitet. Deinking heißt Druckfarbenentfernung aus Altpapier zur Herstellung neuer unbunter Papiere, insbesondere Zeitungsdruckpapiere. Hauptverfahrensschritt bei diesem Verfahren ist die Flotation.
Weltweit werden etwa 30 % des gesamten Altpapieraufkommens durch Deinking aufbereitet.
 Das in der Bundesrepublik gesammelte Altpapiergemisch ist durch den hohen Anteil an Störstoffen kaum als hochwertiger Sekundärrohstoff in der Papierindustrie einzusetzen. Manuelle Sortieranlagen können grobe Störstoffe wie Pappen und Folien entfernen. Es gelingt aber nicht, eine gleich bleibende Qualität mit einem niedrigen Störstoffanteil zu erzielen.
In intensiven Versuchsreihen in Zusammenarbeit mit Papierhersteller und Papieranlagenhersteller haben Ingenieure der Trienekens-Gruppe eine vollautomatische Papiersortierung, das patentierte Trie-Inking-Verfahren, entwickelt.
Die Vorteile des Verfahrens:
• hohes Ausbringen von Papier in Deinking-Qualität,
 • Steigerung gegenüber der manuellen Sortierung um 15 %,
• homogene Qualität des erzeugten Deinking Fraktion,
• garantiert niedriger Störstoffanteil (< 2,5 %) in der Deinking-Fraktion,
• drastische Reduzierung des Kleberanteils,
• weitere gereinigte Sekundärrohstoffqualitäten (Karton und Pappen),
• saubere inerte Reststofffraktion,
• automatische Qualitätskontrolle.
Die Anlage in Köln, die als Prototyp einer neuen, vollautomatisch arbeitenden Generation von Papiersortieranlagen gilt, wurde mit einem Investitionsaufwand von rund 9 Millionen Mark realisiert. Gefertigt, montiert und in Betrieb genommen wurde sie von Sutco RecyclingTechnik GmbH & Co. KG in enger Kooperation mit der Ingenieurgesellschaft ISIS GmbH, Mönchengladbach; beide Unternehmen zählen zur Trienekens-Gruppe. Die Papiersortieranlage hat einen Durchsatz von zwölf Tonnen pro Stunde. Untergebracht in einer 3.000 m3 großen Halle, ist sie für eine Kapazität von 65.000 Tonnen jährlich ausgelegt. Sortiert wird in der Anlage das gesamte Papiergemisch – Papier, Pappe, Karton – aus der Haushaltssammlung der Stadt Köln.
 



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dipl.-Ing. Heinrich Sprenger

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