Anforderungen an die Altpapierqualität

Die Qualität des Altpapiers, insbesondere bei den unteren Sorten, ist heute das beherrschende Thema der Branche. Nach erfreulichen Verbesserungen ist dieser positive Trend inzwischen ins Negative gekippt.

Das heute angelieferte Altpapier entspricht nicht den festgelegten Kriterien und somit nicht den Ansprüchen der Papierindustrie. Dies gefährdet den hohen Stand des Papierrecyclings in Zentraleuropa. Es besteht dringender Handlungsbedarf; andernfalls wird die von der Papierindustrie und dem Altpapierhandel erklärte Selbstverpflichtung zur weiteren Steigerung der Wiederverwertung von Papier- und Pappeproduktion nicht eingehalten werden können. Entsorgungswirtschaft und Papierindustrie müssen in engstem Schulterschluss – gewissermaßen in einem gemeinsamen Pakt Sauberes Altpapier – das Problem Altpapierqualität lösen. Schließlich ist Altpapier schon heute der mengenmäßig wichtigste Rohstoff der Papierindustrie und sein Anteil soll in Europa gemäß dieser Selbstverpflichtung von 1998 bis zum Jahr 2005 um rund 10 Mio. Tonnen, d.h. um mehr als 25 %, erhöht werden.
Diese Steigerung stellt angesichts des heute schon erreichten hohen Wiederverwertungsniveaus ein sehr ehrgeiziges Ziel dar und wird nur erreichbar sein, wenn eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden und die Mitarbeit innerhalb der Kette der Beteiligten von der Altpapiererfassung bis hin zum Verkauf des fertigen Papierproduktes an den Endverbraucher sichergestellt ist.
Wir sind hierbei einer schwierigen Zangensituation ausgesetzt: Einerseits geht erfahrungsgemäß die gesteigerte Erfassung von Altpapier mit einer Qualitätsverschlechterung einher; andererseits bedingen steigende Qualitätsansprüche an das Fertigprodukt Papier auch allerhöchste Qualitätsansprüche an das Altpapier, denn wir steigen mit Altpapier in immer anspruchsvollere Neupapiersorten ein. Dies bezieht sich auf die Sortenreinheit des angelieferten Altpapiers ebenso wie auf die Recyclingfähigkeit der Papiere als solche. Letztere ist Aufgabe der Produktions- und Be- und Verarbeiterkette von Papier. Die Sortenreinheit von Altpapier ist in starkem Maße beeinflusst von Erfassungssystem, Sortierung, Zwischenlagerung und Logistik.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr. Georg Holzhey

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Vollautomatische Papiersortierung nach dem TRIE-INKING-Verfahren
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (5/2001)
In der Bundesrepublik fallen jährlich 15 Mio. t Altpapier an. Das Altpapier, das zu großen Teilen aus Zeitungen und Illustrierten besteht, ist als Sekundärrohstoff vor allem bei der Zeitungspapierherstellung ein unersetzlicher Rohstoff. Die Nachfrage nach dieser Sekundärfaser wächst ständig.

Wenn aus High-Tech Schrott wird
© Rhombos Verlag (10/2004)
Bei der Entsorgung von Elektroschrott ist die Industrie auf geeignete Software-Lösungen angewiesen

Neue Grenzwertvorgaben des BMU - Bedeutung für die Kompostwirtschaft
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2004)
Stellenwert der Bioabfallverwertung und Diskussion um neue Grenzwerte

Informationen aus der Abfallwirtschaft
© Rhombos Verlag (3/2004)
...

Konsequenzen der neuen Grenzwerte auf die Kompostwirtschaft – Wo darf künftig noch die Bioabfallverwertung praktiziert werden ?
© HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fakultät Ressourcenmanagement (3/2004)
Die Bioabfallverwertung auf Basis der getrennten Sammlung geeigneter und sortenreiner Bioabfälle, wie sie vor 20 Jahren in Witzenhausen begonnen worden ist, wird auch weiterhin praktiziert werden. Von „dürfen“ kann keine Rede sein.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...